Inzucht – die Fortpflanzung zwischen genetisch eng verwandten Eltern – birgt gesundheitliche Risiken für die Nachkommen. Grund ist die erhöhte Wahrscheinlichkeit rezessiver genetischer Erkrankungen.
Rezessive Krankheiten treten nur auf, wenn ein Kind zwei Kopien eines defekten Gens erbt – je eine von jedem Elternteil. Bei ähnlichen Genomen der Eltern steigt diese Chance erheblich. Solche schädlichen Gene sind jedoch selten, sodass mehrere Generationen Inzucht nötig sind, bis Risiken spürbar anwachsen.
Selbst kleine Amazonas-Stämme umfassen oft mehrere Hundert Mitglieder. Kulturelle Bräuche, die nicht eng verwandte Partner fördern, sorgen für ausreichende genetische Durchmischung. Inzucht ist ein Faktor für Stammeserfolg, doch Land- und Nahrungsverfügbarkeit sowie Konflikte mit Außenstehenden stellen größere Bedrohungen dar. Ernsthaft wird sie erst bei Populationen unter 50 Individuen.