Die alte Weisheit, dass Geld nicht glücklich macht, hat sich über ein Jahrzehnt gehalten. Studien zeigten: Über dem Deckung der Grundbedürfnisse und eines komfortablen Lebensniveaus hinaus bringt mehr Einkommen keinen oder sogar weniger Glück. Doch diese Sicht ist veraltet. Sozialwissenschaftler haben nun klar gestellt: Je mehr, desto besser.
2020 analysierten Forscher Daten des Office for National Statistics und des Happy Planet Index. Ergebnis: Der durchschnittliche Brite braucht mindestens 33.864 £ jährlich für ein glückliches Leben. Der Schlüssel liegt im 'Mehr'. Eine 2021er-Studie von Matthew Killingsworth (University of Pennsylvania) bestätigt: Höheres Einkommen korreliert direkt mit höherem Glück.
Dies basiert nicht nur auf Gier, sondern auf realen Bedingungen wie der 'Wellness-Ungleichheit'. Wohlhabendere Menschen sind oft gesünder – und Gesundheit fördert Glück. Wer Geld in Freizeit und Erlebnisse statt in Besitz investiert, steigert sein Wohlbefinden nachweislich.
Glück entsteht natürlich auch durch Beziehungen, Jobzufriedenheit und Lebensfreude. Doch ein Polster auf dem Konto eröffnet hier mehr Optionen.
Entscheidend ist der Vergleich: Gleicher Lebensstandard wie die Umgebung fördert Wohlbefinden. 'Relative Benachteiligung' – unabhängig von absoluter Armut – mindert Glück. In reichen Vierteln oder Ländern fühlen wir uns unglücklich, wenn Nachbarn Neues kaufen und wir nicht (wissenschaftlich bewiesen).
Diese relative Deprivation erklärt, warum globales Glück trotz Einkommenssteigerungen stagniert. Höhere Steuern auf Statusausgaben und Einkommen mindern diesen Effekt – Skandinavien mit hohen Steuern führt Glücks-Rankings.
Viele Briten meiden höhere Steuern. Aktuell ist 33.000 £+ pro Jahr der Sweet Spot für Glück – doch nicht für die nächste Generation.
Eine Psychology Today-Studie zeigt: Kinder reicher Eltern haben höheres Risiko für Depressionen, Ängste, Essstörungen und Sucht. Reichtum mindert Ethik und Empathie, da er Freiheit suggeriert und Sensibilität für andere verringert.
Psychologen der University of California (Berkeley und San Francisco) fanden: Niedriger Verdienende lesen Gesichtsausdrücke besser und sind empathischer.
Kein schickeres Auto als der Nachbar? Trost: Wahrscheinlich sind wir empathischer.