Laut führenden Wissenschaftlern könnte Malaria bis 2050 durch gezielte Maßnahmen, ausreichende Finanzierung und starken politischen Willen weltweit ausgerottet werden.
Diese uralte Krankheit verursacht jährlich über 200 Millionen Infektionen und fordert rund 500.000 Todesopfer. Besonders betroffen sind Kleinkinder: 61 Prozent der Todesfälle betreffen Kinder unter fünf Jahren.
Ein neuer Bericht der Lancet-Kommission – Ausrottung der Malaria innerhalb einer Generation: Ehrgeizig, erreichbar und notwendig – unterstreicht, dass die vollständige Eliminierung der Krankheit greifbar nah ist.
Die Kommission wurde 2017 in Kooperation mit der University of California, San Francisco (UCSF), gegründet, um Strategien für die Ausrottung zu entwickeln. Verfasst von 41 Experten aus Malariologie, Biomedizin, Ökonomie und Gesundheitspolitik, zeigt der Bericht: Seit 2000 ist die weltweite Malaria-Inzidenz um 36 Prozent gesunken.
Die Todesfälle sind in den letzten drei Jahren um 60 Prozent zurückgegangen, doch dieser Fortschritt stagniert nun. Investitionen von Regierungen und Spendern plateaufahren auf 4,3 Milliarden US-Dollar (ca. 3,5 Milliarden £) im Jahr 2016.
Mehr als die Hälfte der Länder weltweit ist bereits malariafrei, doch in 55 Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika steigen die Fälle.

Die Mehrheit der neuen Infektionen entfällt auf 29 vorwiegend afrikanische Länder; Nigeria und die Demokratische Republik Kongo machen allein 36 Prozent der globalen Fälle aus.
Die Autoren fordern ein umfassendes Paket aus Werkzeugen, politischen Initiativen und Finanzmitteln. Ihr Drei-Punkte-Plan umfasst: Optimierung bestehender Kontrollprogramme, Entwicklung neuer Impfstoffe, Medikamente und Technologien sowie einen zusätzlichen Finanzbedarf von zwei Milliarden US-Dollar (ca. 1,6 Milliarden £).
Die Ausrottung würde Resistenzen gegen Arzneimittel und Insektizide ein für alle Mal lösen. Der soziale und wirtschaftliche Nutzen für betroffene Länder übersteigt die Kosten bei Weitem.
Sir Richard Feachem, Co-Vorsitzender der Lancet-Malaria-Kommission, betont: „Zu lange war die Ausrottung ein ferner Traum. Nun haben wir den Beweis: Malaria kann und muss bis 2050 besiegt werden.“ Als Direktor der Global Health Group an der UCSF fügt er hinzu: „Wir brauchen ehrgeizige Ziele und mutige Maßnahmen – der Wendepunkt ist jetzt.“
Dr. Winnie Mpanju-Shumbusho, Co-Vorsitzende und Vorstandsmitglied der RBM Partnership to End Malaria, ergänzt: „Malaria beraubt Gemeinden weltweit ihr Potenzial, besonders in Afrika, wo fünf Länder für fast die Hälfte der Last sorgen. Die Ausrottung ist eine Frage der öffentlichen Gesundheit und Gerechtigkeit unserer Generation.“