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Kaffeeabfälle beschleunigen Waldregeneration um das Vierfache – Studie aus Costa Rica

Was geschieht, wenn man auf einer Fläche für die Wiederaufforstung Lastwagenladungen voller Kaffeeabfälle ausbringt? Eine Studie aus Costa Rica zeigt: Der Wald erholt sich deutlich schneller.

Forscher streuten Kaffeepulpe – ein Abfallprodukt der Kaffeeproduktion – auf alten landwirtschaftlichen Flächen von 35 x 40 Metern. Die behandelte Parzelle erholte sich viermal schneller als das Kontrollgebiet. Ein echter Koffeinschub für die Natur.

„Die Ergebnisse waren dramatisch“, betont Dr. Rebecca Cole von der University of Hawaii, die Hauptverfasserin der Studie. „Das mit einer dicken Schicht Kaffeepulpe behandelte Gebiet verwandelte sich in nur zwei Jahren in einen kleinen Wald, während die Kontrollparzelle weiterhin von nicht einheimischen Weidegräsern dominiert wurde.“

In Kooperation mit Expert:innen der ETH Zürich verteilte Coles Team eine bis zu 50 cm dicke Schicht Kaffeepulpe über die gesamte Fläche. Dadurch wurden invasive Grasarten verdrängt, sodass einheimische Bäume sich rasch ansiedeln und ihre Samen per Wind und Tiere verbreiten konnten.

Nach zwei Jahren war die behandelte Fläche zu 80 Prozent von Baumkronen bedeckt – im Vergleich zu nur 20 Prozent im Kontrollbereich. Die Bäume wuchsen viermal höher, und der Boden enthielt deutlich mehr Nährstoffe wie Kohlenstoff, Stickstoff und Phosphor.

Die Studie wurde auf seit den 1950er Jahren abgeholzten Flächen durchgeführt und unterstreicht das Potenzial günstiger Abfallprodukte für die Tropenwaldregeneration. Besonders relevant angesichts des Pariser Klimaabkommens von 2015, das weltweite Restaurierungsziele vorsieht.

Dr. Cole plädiert für weitere Forschung: „Wir möchten die Methode an verschiedenen degradierten Standorten testen und auch andere Abfälle wie Orangenschalen prüfen.“ Sie hört: „Unsere Arbeit soll Forscher:innen und Industrien inspirieren, Abfälle in die globale Restaurierungsbewegung einzubinden.“

Wiederaufforstung ist zentral für die globale Dekarbonisierung. In Großbritannien raten Klimaexperten der Regierung, bis 2035 1,5 Milliarden Bäume zu pflanzen, um Klimaziele zu erreichen.