Seit Ausbruch der Pandemie haben KI-Entwickler Hunderte von Machine-Learning-Tools eingesetzt, um COVID-19-Diagnosen zu unterstützen. Das Versprechen: Muster in medizinischen Daten zu erkennen – wie eine algorithmische Version der TV-Figur Dr. House.
Kürzlich zeigten Forscher: Diese KI-Tools waren überschätzt. Statt relevanter Zusammenhänge erzeugten Algorithmen falsche Annahmen, etwa Vorhersagen von COVID-Fällen basierend auf zufälligen Schriftarten in Krankenhausdokumenten.
Das macht maschinelles Lernen nicht nutzlos. Es zeigt: Wir müssen KI-Stärken und -Grenzen besser verstehen und akzeptieren, dass menschliches Denken einzigartig ist – ähnlich wie bei Tieren.
Für uns Menschen ist klar: Schriftarten deuten keine Infektion an. Maschinen hingegen sehen das nicht. KI trifft Vorhersagen aus Daten, versteht aber weder Kontexte noch Konzepte. Voreingenommene oder fehlerhafte Daten täuschen sie leicht – im Gegensatz zu einem Kind.
Wie KI-Expertin Janelle Shane in ihrem Bestseller You Look Like A Thing And I Love You erklärt: Maschinenfehler wirken absurd, weil sie die Welt anders wahrnehmen als wir.
Menschliche Intelligenz ist hochgradig anpassungsfähig und verallgemeinerbar. Wir kontextualisieren Unerwartetes. Dennoch sucht Google 2022 nach „künstlicher Intelligenz“ primär nach Bildern menschlicher Gehirne.
Das reicht über Stockfotos hinaus: Wir modellieren KI nach unserer Intelligenz – in Gesprächen, Sci-Fi oder Schlagzeilen. Pioniere wollten menschliches Denken nachahmen, doch das gelang nicht.
KI ist intelligent und wird es mehr. Mit passenden Daten und Training excelliert sie in Rechnen, Vorhersagen und Mustern. Mein Smartphone berechnet präzise und versteht Sprachbefehle (meistens).
Deep Learning übertrifft Menschen teils: 2016 besiegte AlphaGo den Go-Weltmeister mit einem nie dagewesenen Zug, der Experten schockierte. Statt KI als minderwertige Kopie zu sehen, sollten wir Unterschiede akzeptieren.
Robotiker Rodney Brooks mahnt: „Es ist unfair, einem Elefanten Intelligenz abzusprechen, nur weil er kein Schach spielt.“ Tiere bieten besseren Vergleich: Sie perzipieren anders, ergänzen uns ideal.
Historisch nutzten wir Tiere für Unmögliches: Lasttiere pflügten Felder, Kanarienvögel warnten in Minen, Tauben übermittelten Nachrichten, Frettchen legten Kabel, Delfine bergen Ausrüstung.
Einem Hund überlassen Sie keine Diagnose, aber Bombensuche, Blindenführung oder Therapie. Ähnlich scheitert KI an Witzen, meistert aber Verkehrsnavigation, Risikoerkennung in Kernkraftwerken oder Marsdaten.
Roboter wie PARO, eine kuschelige Baby-Robbe, wirken therapeutisch, wo Hunde fehlen. KI soll Tiere nicht ersetzen, sondern ergänzen – der Tier-Vergleich hilft, Potenziale zu sehen.
KI-Stärken und -Grenzen verstehen vermeidet Fehler. Als fremde Intelligenz inspiriert sie: Unterstützen statt ersetzen, Neues erfinden statt Kopieren, kreativ integrieren in Alltag und Arbeit.
Die beste Zukunft: Kein menschliches Denken in Maschinen, sondern Zusammenarbeit für eine bessere Welt.
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