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Dynasties: So drehten wir die dramatischen Szenen der bemalten Wölfe – Exklusivinterview mit Produzent Nick Lyon

Dynasties, die faszinierende Serie mit Erzähler David Attenborough, beleuchtet erbitterte Machtkämpfe in Tierfamilien. In der vierten Episode begleiten wir die bemalten Wölfe im Mana Pools Nationalpark im Norden Simbabwes. Wir sprachen mit Episode-Produzent Nick Lyon über 18 Monate schlafloser Nächte, unvorhergesehenes Verhalten und ein Shakespeare-Würdiges Drama, das zu 60 unvergesslichen Fernsehminuten wurde.

Hören Sie das volle Interview in der neuesten Folge des Science Focus Podcasts unten:

Was ist das Thema der bemalten Wölfe-Folge?

Wir beobachteten eine große Familie während eines dramatischen Führungswechsels. Tait, die alte Matriarchin, ist Mutter der benachbarten Alphas Black-Tip und Janet. Black-Tips Rudel war stark gewachsen, doch der Platz reichte nicht – sie wandte sich gegen ihre Mutter, um den Thron zu erobern.

Es ist eine shakespeare'sche Geschichte von mütterlicher Verteidigung. Wir gingen davon aus, dass Tait den Film nicht überleben würde, doch die Wendung war unerwartet.

Wie gelang die Aufnahme?

Wir unternahmen 11 Reisen nach Simbabwe und drehten insgesamt 585 Tage im Mana Pools Nationalpark. Anders als bei neuen Projekten konnten wir hier auf bestehendem Wissen aufbauen – jede Rückkehr steigerte unsere Effizienz.

Waren Sie stets zuversichtlich?

Nein, es gab Zweifel. Mein zweites Shooting für Dynasties war brutal: Einen Monat lang 16-Stunden-Tage, doch nur zwei Stunden mit den Tieren.

Über den ganzen Monat?!

Ja. Adrenalin treibt einen an, wenn man sie findet. Fehlschläge hingegen – 3-Uhr-Morgen, ganztägige Spurensuche – zehren. Tait nutzte feste Höhlen, doch Black-Tip vertrieb sie. Unsere Tracker suchten wochenlang. Zwei Tage vor Schluss fanden wir sie – sonst wäre die Episode gescheitert.

Dynasties: So drehten wir die dramatischen Szenen der bemalten Wölfe – Exklusivinterview mit Produzent Nick Lyon

Fühlten sich die Wölfe wohl in Ihrer Nähe?

Guide Nick Murray kennt Tait ein Leben lang; ihr Vertrauen übertrug sich auf uns. Mit der Zeit testeten wir Drohnen – beim neunten Trip ignorierten sie sie völlig.

Wie lange dauerte das?

Schnell, doch beim dritten Trip mit Welpen kulminierte es: Tait ließ uns als 'Babysitter' zurück. Danach filmten wir sogar im Wasser inmitten rasender Wölfe. Längerer Aufenthalt schafft einzigartige Nähe.

Dynasties: So drehten wir die dramatischen Szenen der bemalten Wölfe – Exklusivinterview mit Produzent Nick Lyon

Unerwartetes Verhalten?

Ja: Black-Tips Rudel jagte Paviane – ungewöhnlich sogar für Leoparden. 50 % ihrer Trockenzeit-Beute. Unsere Aufnahmen unterstützen neue Forschung.

Warum der Wechsel?

Vermutung: Elefantenkrater brechen Impala-Beine bei 70 km/h-Jagd. Große Rudel (bis 30 Tiere) meistern Paviane besser.

Wie filmte man Rudeljagden?

Von Stativen, vorausschauend positioniert. Wir prognostizierten Pfade – oft rasten sie perfekt in die Linse.

Was dachten die Wölfe über uns?

Seltsam, dass wir nicht fraßen wie Hyänen. Wir beeinträchtigten nie ihr Verhalten.

Dynasties: So drehten wir die dramatischen Szenen der bemalten Wölfe – Exklusivinterview mit Produzent Nick Lyon

Änderte Ihre Präsenz etwas?

Nein – wir hielten Distanz bei Touristen, um Gewöhnung zu vermeiden. Volles Vertrauen in Krisen.

Neue Technik?

Sensible Sensoren erfassten Dämmerjagd, z. B. Honigdachs-Interaktion post-Sonnenuntergang – unmöglich mit Alt-Kameras.

Bedrohung durch Menschen?

Ja, nur 6.600 bemalte Wölfe. Platzmangel vernichtet sie zuerst. Dynasties sensibilisiert für ihren Schutz.