Dieses alte Sprichwort hat biblische Wurzeln und birgt einen Kern meteorologischer Wahrheit. Ein roter Sonnenuntergang deutet in der Regel auf klaren Himmel am nächsten Tag hin – vorausgesetzt, wir befinden uns in Regionen mit West-Ost ziehenden Wettersystemen, wie sie typisch für die mittleren Breitengrade, etwa in Großbritannien, sind.
Tagsüber wirkt der Himmel blau, da Staubpartikel und Moleküle in der Atmosphäre das blaue Licht des Sonnenstrahls bevorzugt streuen. Bei einem tief stehenden Sonnenstand durchläuft das Licht jedoch eine viel längere Atmosphärenstrecke. Bis es uns erreicht, ist der Großteil des blauen Anteils gestreut – übrig bleiben die warmen Orange- und Rottöne.
Ein intensiv roter Himmel entsteht besonders unter hohem Luftdruck: Hier sind Partikel stärker konzentriert, was die Streuung des blauen Lichts verstärkt. Ein solcher Sonnenuntergang signalisiert daher meist das Herannahen eines Hochdruckgebiets von Westen, verbunden mit stabilem, klarem Wetter.
Ein roter Sonnenaufgang im Osten hingegen warnt: Das Hoch ist bereits vorübergezogen und entfernt sich. Niedrigdruckluft rückt nach – oft mit Regen oder Stürmen. So ergänzt sich das Sprichwort: „Roter Himmel am Morgen, Warnung des Hirten.“
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