Erfreuliche Neuigkeiten für alle, die Zahnarztbesuche scheuen: Wissenschaftler aus dem King’s College London und dem Georgia Institute of Technology in Atlanta haben mit Inspiration aus regenerierenden Fischzähnen einen wichtigen Fortschritt bei der Entwicklung neuer Zähne erzielt.
Zahnverlust ist ein globales Gesundheitsproblem: Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben weltweit 30 Prozent der Menschen über 65 Jahren alle Zähne verloren.
Lesen Sie mehr über Zähne:
- Macht Zahnseide wirklich einen Unterschied?
- Warum können wir Zähne nicht nachwachsen lassen?
Dieser Durchbruch basiert auf der Fischfamilie der Malawi-Buntbarsche (Lake Malawi Cichlids). Diese Arten tragen einen zweiten Kiefer in ihrer Kehle, dessen Zähne sich alle 20 bis 50 Tage exakt eins zu eins ersetzen.
Die Forscher entschlüsselten die Mechanismen, die es Cichliden ermöglichen, im Laufe ihres Lebens Hunderte von Zähnen zu bilden. Sie fanden heraus, dass Zähne aus demselben Gewebe wachsen wie sich entwickelnde Geschmacksknospen. Knochenmorphogenetische Proteine (BMPs) greifen in dieses Gewebe ein und initiieren die Bildung von Zahnstrukturen.
In Experimenten an Mauszungen steigerten die Wissenschaftler die BMP-Aktivität und beobachteten genetische Marker in den Geschmacksknospen, die mit der Zahnentwicklung korrespondieren. Dies eröffnet Perspektiven, menschliches Gewebe zur Neubildung von Zähnen anzuregen.
„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass orale Organe überraschende Regenerationsfähigkeiten besitzen und manipuliert werden können, um Eigenschaften verschiedener Gewebetypen auszudrücken“, schreiben die Forscher. „Diese Entdeckung hebt unterschätzte Zellpopulationen mit hohem Potenzial in Biotechnik und Zahnmedizin hervor.“