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Wie Neuronenteams unser Gedächtnis stärken: Studie mit Mäusen erklärt langfristige Erinnerungen

Warum fallen Ihnen die Namen von Kindheitsfreunden sofort ein, obwohl Sie sie seit Jahren nicht gesehen haben – und warum vergessen Sie den Namen einer Person, die Sie gerade erst getroffen haben? Das Geheimnis liegt in Teams von Neuronen, die synchron feuern, um wichtige Erinnerungen zu sichern.

Ein Forscherteam entwickelte einen präzisen Test, um die neuronale Aktivität bei Mäusen zu messen: Beim ersten Erkunden eines neuen Ortes und später beim Abrufen der Erinnerung. Die Tiere wurden in ein langes, weißes Gehege mit einem Pluszeichen an einem Ende, einem Schrägstrich in der Mitte und Zuckerwasser-Spendern an beiden Enden platziert. Mit modernen Methoden trackten die Wissenschaftler die Aktivität spezifischer Neuronen im Hippocampus – der Schlüsselregion für die Bildung neuer Ortsgedächtnisse.

Zunächst feuerten einzelne Neuronen, sobald die Mäuse ein Symbol entdeckten. Mit zunehmender Vertrautheit und Erinnerung an die Zuckerwasser-Positionen aktivierten sich jedoch immer mehr Neuronen pro Symbol. So kodierte das Gehirn präzise die Position auf der Strecke.

Wie Neuronenteams unser Gedächtnis stärken: Studie mit Mäusen erklärt langfristige Erinnerungen

Nach einer 20-tägigen Pause kehrten die Mäuse zurück. Diejenigen mit Erinnerungen, die von größeren Neuronengruppen codiert waren, lösten die Aufgabe deutlich schneller. Dies deutet auf eine natürliche Redundanz hin: Auch bei Ausfall einzelner Neuronen bleibt die Erinnerung abrufbar, erklären die Experten.

„Seit Jahren ist bekannt, dass wiederholtes Üben die Erinnerungsfestigkeit steigert“, betont Prof. Carlos Lois. „Nun zeigen wir: Je öfter geübt, desto mehr Neuronen kodieren die Handlung. Traditionelle Theorien betonen die Stärkung einzelner Verbindungen – unsere Ergebnisse heben die Rolle größerer Neuronennetzwerke hervor, die für langlebige Erinnerungen entscheidend sind.“

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