Die Silberameise der Sahara gehört nun zu den absoluten Weltrekordhaltern unter den Tieren. Forscher der Universität Ulm haben ermittelt, dass sie Geschwindigkeiten von 855 mm/s erreicht – das entspricht dem 108-Fachen ihrer Körperlänge pro Sekunde. Zum Vergleich: Als Usain Bolt 2009 den 100-Meter-Weltrekord knackte, legte er nur das 5,35-Fache seiner Körpergröße pro Sekunde zurück.
Diese atemberaubende Geschwindigkeit ist essenziell für ihr Überleben in der glühend heißen Sahara. Während andere Tiere mittags in Douz, Tunesien, der sengenden Sonne ausweichen, nutzt die Silberameise die Raubtier-Pause, um tote Insekten zu plündern.
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Oberflächentemperaturen übersteigen oft 60 °C, doch die Ameise verträgt nur bis 53 °C Körpertemperatur. Daher minimiert sie ihre Zeit draußen und kehrt regelmäßig in ihr unterirdisches Nest zurück, um sich abzukühlen – Schatten ist rar.
„Wir mussten grabenden Ameisen folgen oder einer Nahrungssuchenden nach Hause“, erklärt Sarah Pfeffer. „Nachdem sie Futter wie Mehlwürmer gefunden haben, pendeln sie im Kanal. Dort haben wir Kameras montiert und sie von oben gefilmt.“
Bisher war die hohe Geschwindigkeit bekannt, doch Details fehlten. Die Beine der Silberameise sind 20 % kürzer als bei Verwandten, doch sie bewegen sie mit bis zu 1,3 m/s und machen 47 Schritte pro Sekunde. Bei Top-Speed galoppieren sie mit allen sechs Beinen in der Luft. Der Bodenkontakt dauert nur 7 Millisekunden.
„Diese Merkmale passen zum Sanddünen-Habitat“, meint Harald Wolf. „Sie verhindern, dass die Füße im weichen Sand versinken.“