Mehr als die Hälfte der schwangeren Frauen, die zwischen März und April 2020 mit COVID-19 in britische Krankenhäuser eingeliefert wurden, hatten einen Hintergrund aus schwarzen, asiatischen oder ethnischen Minderheitengruppen (BAME). Dies zeigt eine peer-reviewed Studie im British Medical Journal.
Die Untersuchung basiert auf Daten von 427 schwangeren Frauen mit positiver COVID-19-Diagnose aus 194 Geburtskliniken im Vereinigten Königreich. Davon hatten 233 Frauen (56 Prozent) einen BAME-Hintergrund – 103 Asiatinnen und 90 Schwarze. Dieser hohe Anteil hielt auch stand, nachdem große städtische Zentren aus der Analyse ausgeschlossen wurden.
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Forscher unter Leitung von Professor Marian Knight vom Nuffield Department of Population Health an der University of Oxford fordern „dringende Untersuchungen und Erklärungen“ für diese Ergebnisse. Ein Bericht von Public Health England bestätigt, dass Menschen mit BAME-Hintergrund bei COVID-19 ein höheres Sterberisiko haben als weiße Briten.
Die Studie, gestützt auf das UK Obstetric Surveillance System, umfasste hauptsächlich Frauen im späten zweiten oder dritten Trimester. Etwa 69 Prozent galten als übergewichtig oder fettleibig, 41 Prozent waren 35 Jahre oder älter, und ein Drittel hatte Vorerkrankungen.

Fünf Frauen starben – drei direkt an COVID-19-Komplikationen –, während 41 (10 Prozent) intensivmedizinische Atemunterstützung benötigten. Von 265 geborenen Babys testeten 12 positiv auf COVID-19, sechs davon innerhalb von 12 Stunden nach der Geburt.
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Insgesamt wiesen die meisten schwangeren Frauen gute Ergebnisse auf, und die Übertragung des Virus auf Säuglinge war ungewöhnlich selten. „Der hohe Anteil an Frauen aus schwarzen oder ethnischen Minderheitengruppen, die hospitalisiert wurden, muss dringend untersucht und erklärt werden“, betonen die Autoren.
Der Bericht entstand während aktiver Virusübertragung, als wöchentlich rund 100 infizierte Schwangere eingeliefert wurden. „Wir haben nationale Daten zu schweren SARS-CoV-2-Infektionen in der Schwangerschaft gesammelt, um Häufigkeit und Folgen zu erfassen“, erklären die Forscher. Die Studie gibt jedoch keine Auskunft über Gesamtinfektionsraten oder asymptomatische Fälle.