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Mindestunterschied für eine neue Art: Genetik, Definitionen und Biologen-Einsichten

Gefragt von: Adam King, Huddersfield

Die Frage nach dem Mindestunterschied für eine neue Art ist komplexer, als es auf den ersten Blick scheint. Das Artenkonzept dient der Klassifizierung von Tieren und Pflanzen und basiert auf Merkmalen, die alle Mitglieder einer Art teilen und die einzigartig sind. Dies funktioniert bei vielen Organismen hervorragend, doch Arten werden laufend zusammengeführt oder geteilt, während Biologen das ideale System erarbeiten.

Aktuell existieren mindestens 26 Definitionen einer Art. Manche berücksichtigen physische oder genetische Ähnlichkeiten, andere die Kreuzungsfähigkeit von Populationen – oder ob sie es könnten, wären sie nicht durch Barrieren wie Berge oder Ozeane getrennt. Weitere Ansätze fokussieren die Evolutionsgeschichte und gemeinsame Vorfahren.

Selbst bei Einigung auf eine Definition bliebe die genaue Entstehungspunkt einer neuen Art schwer fassbar. Theoretisch könnte ein einzelnes mutiertes Gen den entscheidenden Unterschied darstellen, der eine Spaltung im Evolutionsbaum markiert.

Biologen erkennen eine neue Art jedoch meist erst später, wenn sich die Mutation in Aussehen oder Verhalten äußert. Als nächstes Beispiel gilt das Experiment 2016 am Janelia Research Campus in Virginia: Forscher veränderten ein Gen bei Drosophila-Fruchtfliegen, was die Balzfrequenz der Männchen veränderte.

Die mutierten Fliegen paarten sich noch mit der Wildpopulation und galten daher nicht als separate Art. Sie bevorzugten jedoch Partner mit gleicher Mutation – in der Natur hätte dies potenziell zu einer neuen Art geführt.

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