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Forscher entschlüsseln die Kommunikationssignale wilder Orang-Utans

Wilde Orang-Utans sind nicht halb so gesprächig wie King Louie aus Disneys Das Dschungelbuch, doch sie beherrschen eine beeindruckende Form der Kommunikation. Ein Team der University of Exeter hat 11 Stimmsignale und 21 physische Gestentypen identifiziert, die diese Menschenaffen einsetzen, um sich auszutauschen.

Die Studie zeigt: Orang-Utans reagieren blitzschnell auf Signale ihrer Artgenossen – in 90 Prozent der Fälle noch vor dem Ende einer Geste oder innerhalb einer Sekunde danach.

Die Forscher analysierten Videoaufnahmen von 16 Orang-Utans, darunter sieben Mutter-Kind-Paare und ein Geschwisterpaar. Insgesamt protokollierten sie 1.299 Kommunikationssignale: 858 akustische und 441 Gesten.

Zu den charakteristischen Geräuschen zählen das "Kussquieken" – ein scharfes Kussgeräusch beim Einatmen –, das "Grummel" – ein leises, ein- bis zweisekündiges Einatmungsgeräusch –, das "Gorkum" – ein Kussquietschen gefolgt von Grummeln – sowie das "Himbeerepusten".

Die Gesten umfassen Winken, Stampfen, das Vorschieben der Unterlippe, Schütteln von Objekten und das "Präsentieren" eines Körperteils.

Acht klare Kommunikationsziele wurden erkannt: "Objekt erwerben", "Auf mich klettern", "Auf dich klettern", "Drüber klettern", "Wegbewegen", "Intensität verringern", "Spiel fortsetzen" und "Hör auf damit".

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"Orang-Utans gelten als die Einzelgänger unter den Menschenaffen, weshalb die meisten Studien afrikanische Arten untersuchten und wenig über die Gesten wilder Orang-Utans bekannt war", erklärt Dr. Helen Morrogh-Bernard von der University of Exeter. "Wir filmten über zwei Jahre hinweg mehr als 600 Stunden Material im Sabangau-Torfsumpfwald in Borneo, Indonesien. Einige Ergebnisse bestätigen Zoofunde, andere sind neu – und betonen die Relevanz natürlicher Beobachtungen."

Die Wissenschaftler erwarten weitere Entdeckungen zukünftiger Studien.