DeuAq.com >> Leben >  >> Wissenschaft

Klimawandel treibt Wildblumen im Vereinigten Königreich nach Norden: Experten warnen vor bevorstehenden Grenzen

  • Der Klimawandel verdrängt Wildblumen wie Orchideen und Sukkulenten aus Südengland nach Schottland, zeigen Daten des National Plant Monitoring Scheme.
  • Experten von Plantlife und dem Centre for Ecology & Hydrology (CEH) fordern ein angepasstes Landschaftsmanagement, um Pflanzenpopulationen zu schützen.
  • Kleinere, kurzlebige Arten leiden unter Dürre, während tiefwurzelige Pflanzen besser überleben.

Steigende Temperaturen zwingen Wildblumen im Vereinigten Königreich zur Wanderung nach Norden. Experten rufen zu einem managementorientierten Landschaftsschutz auf, um den Pflanzen trotz Klimawandel geeignete Habitate zu bieten.

Ergebnisse der ersten fünf Jahre des staatlich geförderten National Plant Monitoring Scheme, basierend auf 15.000 Beobachtungen engagierter Bürgerwissenschaftler, offenbaren bereits die spürbaren Folgen einer erwärmenden Welt für die britische Flora.

Arten wie wilde Orchideen dehnen ihr Verbreitungsgebiet nach Norden aus, bestätigen Experten der renommierten Organisation Plantlife.

Das Scheme überwacht 30 Lebensräume – von Wäldern und Hecken bis zu Mooren und Bächen – und sucht an jedem Standort nach etwa 30 typischen Wildblumenarten.

Weitere Infos zu Klimawandel-Effekten auf Pflanzen:

  • Der Klimawandel fördert die Bananenernte, doch die Vorteile sind nicht von Dauer
  • Amazonas-Regenwald könnte laut Studie in nur 50 Jahren kollabieren
  • Wein bedroht durch Klimawandel: Experten raten zu robusten Trauben

Die Daten stammen von Freiwilligen, werden von der Naturschutzorganisation Plantlife koordiniert und von Botanikern des British Centre for Ecology & Hydrology (CEH) analysiert.

Das Südliche Knabenkraut, eine hochwachsende Pflanze feuchter Wiesen, war lange auf Südengland beschränkt – nun gibt es Sichtungen bis Newcastle upon Tyne.

Bienenorchideen, deren Blüten einem Bienenhintern ähneln, tauchen erstmals in Schottland auf, entdeckt von Freiwilligen in Glasgow und Edinburgh.

Auch die Moos-Mauerpfeffer, eine Sukkulente aus New Forest und East Anglia, breitet sich in schottischen Sandhabitaten aus.

Klimawandel treibt Wildblumen im Vereinigten Königreich nach Norden: Experten warnen vor bevorstehenden Grenzen

Frühes Rispengras, einst nur auf der Lizard-Halbinsel, wurde nun in Fishguard (Wales), Rosslare (Irland) und Zentrallondon gefunden.

Besorgniserregend: Arktische und alpine Arten wie Hochland-Steinbrech können nicht weiter in die Berge fliehen und sind vom Aussterben bedroht.

Erhöhtes Dürre-Risiko trifft kleine, kurzlebige Pflanzen hart: Feen-Lein, Gold-Würze, Trespe und Gemeines Mausohr litten 2018 unter Hitze und Trockenheit.

Positiv: Trockenheitsresistente Arten wie Wiesenknopf mit tiefer Wurzel und Wilder Thymian mit wassersparenden Blättern nehmen zu.

Klimawandel treibt Wildblumen im Vereinigten Königreich nach Norden: Experten warnen vor bevorstehenden Grenzen

Die Analyse beleuchtet auch Stickstoffbelastung: Brennnesseln dominieren nun Wälder als stickstoffliebende Pionierpflanze.

Dr. Trevor Dines, Botaniker bei Plantlife, erklärt: „Wir dachten, Pflanzenmigration würde Jahrzehnte dauern. Die schnelle Nordwanderung ist ein Weckruf – Klimawandel wirkt real.“

„In unserer fragmentierten Landschaft fehlen passende Habitate“, warnt Dines.

Weitere Expertenstimmen:

  • Sir David Attenborough: Wie rette wir unseren Planeten?
  • Christiana Figueres: „Netto-Null-CO2 ist die einzige Option“
  • Samantha Alger: Was tun wir für die Bienen?

Dürren im Frühling (April bis Juni) sind riskanter als bloße Erwärmung. „Jeder Dürreeinfluss wirkt sich blitzschnell auf Populationen aus“, betont Dines.

Gegenmaßnahmen: Landschaften durchlässig gestalten – Habitate schaffen, Weidetiere und Heumahd nutzen, um Samen zu verteilen. Straßenränder schonen, Heu transportieren.

Rewilding ergänzt, doch Agri-Umweltprogramme können Habitatmanagement wildblumenfreundlich optimieren, empfiehlt Dr. Dines.