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Forscher entdecken „Schmerz-Ausschalter“ in der Amygdala von Mäusen

Forscher der Duke University haben bei Mäusen einen kleinen Bereich im Gehirn identifiziert, der als „Ausschalter“ für Schmerzen wirkt. Dieser Bereich kontrolliert das Schmerzempfinden der Tiere präzise und zuverlässig.

Der Schalter liegt in der zentralen Amygdala, einer Region, die vor allem mit negativen Emotionen wie Angst oder der Kampf-oder-Flucht-Reaktion assoziiert wird. Obwohl Mäuse eine relativ größere zentrale Amygdala haben als Menschen, gehen die Experten davon aus, dass das Schmerzkontrollsystem bei uns ähnlich funktioniert.

Forscher entdecken „Schmerz-Ausschalter“ in der Amygdala von Mäusen

„Viele Menschen glauben an einen zentralen Ort im Gehirn, der Schmerzen lindern kann – das erklärt auch den Placeboefffekt“, erklärt die leitende Forscherin Prof. Fan Wang. „Die entscheidende Frage war: Wo genau befindet sich dieses Zentrum, das Schmerzen ausschalten kann?“

„Frühere Studien konzentrierten sich hauptsächlich auf Regionen, die durch Schmerzen aktiviert werden. Da jedoch unzählige Areale am Schmerz verarbeitet sind, müsste man theoretisch alle deaktivieren, um Schmerzen zu stoppen. Dieses eine Zentrum hingegen kann den Schmerz direkt ausschalten.“

Das Team aktivierte gezielt die CeAga-Neuronen in der Amygdala mittels Optogenetik – einer Methode, die Licht nutzt, um spezifische Gehirnzellen zu stimulieren. Dadurch konnte das Verhalten der Mäuse bei Unwohlsein sofort unterbrochen werden.

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Die Mäuse stellten sämtliche schmerzbasierten Verhaltensweisen wie Pfotenlecken oder Gesichtreiben abrupt ein, sobald das Licht die Anti-Schmerz-Neuronen aktivierte.

„Der Effekt ist dramatisch“, betont Prof. Wang. „Die Tiere hören schlagartig auf zu lecken und zu reiben.“

Die Ergebnisse könnten den Weg für innovative Schmerzmedikamente ebnen und neue Therapieansätze eröffnen.