Als Experten für nachhaltige Landwirtschaft wissen wir: Die natürliche Abwehrkraft einiger Maispflanzen gegen Insekten könnte künftig als biologisches Pestizid dienen. Eine Studie unter Leitung von Prof. Toby Bruce an der Keele University belegt dies eindrucksvoll.
Schädlinge wie Stängelbohrer-Motten verursachen massive Ernteverluste. Doch bestimmte Maispflanzen reagieren clever: Sie senden chemische Signale aus, sobald die Motten Eier ablegen, und locken so Schlupfwespen an. Diese parasitisieren die Raupen und schützen die Pflanze effektiv.
In enger Zusammenarbeit mit dem International Centre of Insect Physiology and Ecology sowie dem International Crops Research Institute for the Semi-Arid Tropics in Kenia analysierte Prof. Bruce die Genetik von 146 Maisvarianten – von traditionellen Landrassen bis zu Inzuchtlinien und kommerziellen Hybriden.
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Die Pflanzen wurden Stängelbohrer-Eiern ausgesetzt, um die freigesetzten Chemikalien zu testen und ihre Anziehungskraft auf Wespen zu messen. Ergebnis: Das Signalmerkmal tritt bei Landrassen häufiger auf. Die Forscher lokalisieren zudem die genaue Genomregion dafür.
"Landwirte brauchen dringend Alternativen zu chemischen Pestiziden, da Regulierungen strenger werden und Resistenzen zunehmen", erklärt Prof. Bruce. "Wir haben Genomregionen identifiziert, die Maispflanzen einen 'Hilfeschrei' ermöglichen – sie rufen parasitische Wespen als Leibwächter gegen Schädlinge."
Durch Züchtung und Domestizierung sind viele Nutzpflanzen schädlingsanfälliger geworden. Dieser Druck zu weniger Chemikalien wächst. Die neue Genanalyse ebnet den Weg zu robusten, natürlichen Sorten. Und ja: Wespen sind nicht nur beim Picknick lästig – sie sind wertvolle Verbündete.