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Warum lieben Katzen Katzenminze? Die Wissenschaft gibt Antworten

Es gibt kaum etwas, das Katzen so fasziniert wie Katzenminze. Ein Hauch dieses Dufts versetzt viele unserer pelzigen Begleiter in pure Ekstase – von Hauskatzen bis hin zu wilden Großkatzen.

Wissenschaftler haben dieses Verhalten genau untersucht. Doch was steckt wirklich dahinter? Als Tierverhaltensexperten mit jahrelanger Erfahrung in der Feldforschung teilen wir die neuesten Erkenntnisse.

Was ist Katzenminze?

Katzenminze (Nepeta cataria) aus der Familie der Lippenblütler und Silberranke (Actinidia polygama) wirken auf Katzen ähnlich berauschend. Beide Pflanzen enthalten biochemische Stoffe wie Nepetalacton und Nepetalactol, die das Verhalten unserer Katzen erklären.

Forscher aus Japan und Großbritannien analysierten diese Reaktionen. Ihre Studie, veröffentlicht in Science Advances, zeigt: Diese Moleküle dienen als Lockstoffe und lösen die typische Euphorie aus.

Warum lieben Katzen Katzenminze? Die Wissenschaft gibt Antworten

Warum reagieren Katzen so stark auf Katzenminze?

Das Team entdeckte: Katzenminze schützt vor Moskitos und Parasiten. In Experimenten rieben sich Katzen an Papieren, getränkt mit Nepetalactol. Danach landeten deutlich weniger Mücken auf ihnen – im Vergleich zu Katzen ohne Kontakt.

Zudem aktiviert die Pflanze das μ-Opioid-System im Katzenhirn, das für Belohnungsgefühle wie Glück sorgt. Dies erklärt die intensive Freude, ohne Suchtrisiko.

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Forscher wollen diese Mechanismen tiefer erforschen, um das biologische System hinter dem Verhalten zu verstehen.

Warum lieben Katzen Katzenminze? Die Wissenschaft gibt Antworten

Reagiert jede Katze auf Katzenminze?

Die Reaktion ist erblich: Etwa 30 % der Hauskatzen bleiben gleichgültig gegenüber Katzenminze, 20 % gegenüber Silberranke. Tiger zeigen oft Desinteresse oder gar Abneigung – einige schütteln sogar den Kopf.

Warum lieben Katzen Katzenminze? Die Wissenschaft gibt Antworten

Wie lange hält die Wirkung?

Katzen beschäftigen sich typisch 10 Minuten mit Katzenminze, doch die Dauer variiert individuell und artspezifisch. Seit 2012 wissen wir: Sie macht nicht süchtig, da keine Abhängigkeit entsteht – anders als bei echten Drogen.

Gibt es eine Katzenminze für Hunde?

Forschung zu Hunden fehlt weitgehend. Frühe Studien deuteten auf Actinidin aus Silberranke hin, das Hunde anregt. Sternanis wird von Besitzern als Alternative genannt, doch Belege fehlen.

Die Autoren der Science Advances-Studie, angeführt von Prof. Masao Miyazaki, planen weitere Untersuchungen: „Wir wollen das verantwortliche Gen finden – für besseren Mückenschutz und mehr Verständnis.“

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