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Warum lieben wir Horrorfilme? Die Psychologie des Grusels erklärt

Liebst du Horrorfilme? Die meisten von uns tun das – sei es als Ghostface aus Scream verkleidet oder gespannt auf den nächsten Kinohit wartend. Doch die faszinierendere Frage, die Ghostface vor 26 Jahren stellte, lautet nicht, ob wir Horror mögen, sondern warum. Warum zieht uns eine Erfahrung an, die uns mit Angst und Ekel überflutet und maximalen Schrecken verspricht?

„Menschen mit hohem Sensationsdrang genießen extreme Emotionen“, erklärt Coltan Scrivner, Forscher an der University of Chicago und Spezialist für die Psychologie morbider Neugier. „Horrorfilme bieten ihnen das – doch sie machen nur einen kleinen Teil der Fans aus.“

Laut Scrivner sind die meisten „weiße Knöcheler“: Menschen, die echte Angst empfinden, den Horror aber dennoch lieben. „Sie lernen durch ängstigende Erlebnisse etwas über sich selbst“, sagt er.

Dies passt zu Studien, die zeigen: Kinder, die gruselige Spiele wagen, entwickeln später oft weniger Angststörungen. Sie lernen, negative Emotionen und Erregung zu meistern und zu überstehen.

Eine gängige Theorie: Horror erlaubt es, gefährliche Szenarien sicher zu üben. „Angst vermeiden wir im Alltag“, betont Scrivner. „Spielerisch erlebt, gibt sie Kontrollgefühl – wie ein Flugsimulator.“

Viele Ängste wurzeln in Urinstinkten. Horrorfilme nutzen natürliche Warnsignale, wie Der Exorzist mit Bienensummen und Schreien.

„Studien belegen: Schlangen ziehen instinktiv mehr Aufmerksamkeit als andere Gefahren“, sagt Scrivner und vergleicht mit Kinderspielen. „Fangen ist Jägerjagd, Verstecken Flucht vor dem Jäger.“

Manchmal sind Ängste aktuell: Google-Trends zu „Coronavirus“ zeigen Spitzen im Januar und März 2020 – passend zu Horror-Suchen. Filme wie Contagion wurden pandemiebedingt häufig gestreamt, um reale Bedrohungen sicher zu verarbeiten.

Warum lieben wir Horrorfilme? Die Psychologie des Grusels erklärt

Horror ist aber auch purer Spaß. Scrivner erklärt es mit sympathischem und parasympathischem Nervensystem, das Herzschlag und Erregung steuert.

„Stell dir zwei Gaspedale vor“, beschreibt er. „Das sympathische treibt bei Gefahr Adrenalin hoch. Nach der Bedrohung entspannt der Parasympathikus: Verdauung läuft, Wohlfühlhormone fließen – wie bei Drogen.“

Das Überwinden eines Monsters oder Films triggert diesen Rush aus Erleichterung. Wer braucht Achterbahnen, wenn ein Messer aus der Dunkelheit kommt?