Forscher der Monash University und des Natural History Museums in London haben die evolutionäre Entwicklung der Schwimmfähigkeiten von Robben und Seelöwen aufgeklärt. Diese Erkenntnisse könnten das Design von Unterwasserdrohnen und Tauchbooten maßgeblich verbessern.
Biologen wissen seit Langem, dass Robben und Seelöwen zwei unterschiedliche Schwimmstile nutzen – doch die Gründe dafür waren lange rätselhaft.
Mithilfe hochmoderner Technologien und Filmaufnahmen des Verhaltens in freier Wildbahn konnten Wissenschaftler nun die Ursprünge dieses effizienten Schwimmens erklären.
Robben und Seelöwen sind agile Meeresräuber, die mit ihren Flossen wie im Flug durchs Wasser gleiten.
Nicht alle Robben schwimmen gleich: Manche setzen auf Vorderflossen, andere auf Hinterfüße.
Pelzrobben und Seelöwen besitzen flügelähnliche Vorderflossen, spezialisiert auf Schwimmen, während Kegelrobben und Seehunde mit krallenbesetzten, pfotenartigen Füßen paddeln.
Eine neue Studie unter Leitung der Monash University, mit Beteiligung des Natural History Museums (NHM), beleuchtet die Evolution dieser einzigartigen Stile und löst das Rätsel.
„Ein Schlüsselfund war eine weibliche Kegelrobbe, deren Überreste in Margate entdeckt und ins NHM gebracht wurden“, erklärt Dr. Travis Park, Forscher am NHM und Mitautor der Studie.
„Mit Unterstützung des Royal National Orthopaedic Hospital, das eine CT-Aufnahme durchführte, wandelten wir diesen Verlust in neues Wissen über die Robben-Evolution um.“
Das ausgewachsene Tier wurde 2018 tot in der Walpole Bay in Margate gefunden und ins NHM gebracht.
Neben der Gliedmaßenanalyse prüfte das Team Parasiten und Mageninhalt auf Kunststoffaufnahme bei Meeresbewohnern.
Bei der Sektion entdeckten sie einen Metallgegenstand im Kopf – vermutete Todesursache. Der Fall wurde der RSPCA gemeldet.
Ergänzt durch Simulationen analysierten die Forscher die Wasserströmung um verschiedene Flossenformen.
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Hauptautor Dr. David Hocking kooperierte mit Ingenieur Dr. Shibo Wang von der Fakultät für Maschinenbau der Universität, um Strömungen um Robbenflossen zu simulieren.
„Unsere Analysen zeigen, dass antarktische Robben wie Leopardenrobben trotz fußgetriebener Herkunft stromlinienförmige Vorderflossen entwickelt haben“, sagt Hocking.
Diese Entdeckung erklärt den Übergang zu Vorderbeinschwimmen bei Pelzrobben und Seelöwen.
„Kegelrobben nutzen Pfoten noch zum Festhalten von Beute, doch Leopardenrobben opferten das für höhere Geschwindigkeit und Wendigkeit bei mobiler Jagd“, ergänzt Park.
Die Studie erschien in Current Biology. Die Autoren sehen Potenzial für menschliche Technik.
„Robben haben Millionen Jahre gebraucht, um perfektes Schwimmen zu meistern – sie lehren uns Eleganz unter Wasser“, betont Hocking.
„Ihre Prinzipien können Unterwasserdrohnen und Tauchboote schneller, wendiger und energieeffizienter machen.“