Hunde sind treue Familienmitglieder – doch eine aktuelle Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien zeigt: Sie geben uns kein Futter zurück, selbst wenn wir sie zuvor gefüttert haben.
Forscher um PhD-Student Jim McGetrick testeten 37 Hunde in einem Experiment. Frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass Hunde kooperatives Verhalten erkennen und anderen Hunden helfen. Das Team erwartete "reziproken Altruismus" gegenüber Menschen.
Zuerst lernten die Hunde, einen Knopf zu drücken, der Futter aus einem Spender freigab. Im Test waren Hund und Spender in einem Gehege, ein Mensch mit Knopf in einem anderen. Einer drückte den Knopf und fütterte den Hund, der andere nicht. Die Rollen wechselten.
Dann drehten die Wissenschaftler die Situation um: Hunde sollten nun den hilfsbereiten Menschen füttern. Überraschendes Ergebnis: Die Hunde drückten den Knopf gleich oft – unabhängig vom Menschen oder sogar ohne Anwesenheit.
"In solchen Studien führen Hunde das Gelernte aus, weil sie die Belohnung assoziieren. Es war nicht gezielte Hilfe für den Menschen", erklärt McGetrick.
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"Obwohl Futter beim Menschen ankam, war es kein bewusster Akt der Gegenseitigkeit", betont der Forscher.
Warum nicht? Hunde könnten die Aufgabe nicht voll verstanden haben – etwa durch mangelndes Verständnis des Systems oder "unbeabsichtigte Blindheit" gegenüber dem Knopfdrücken. Zudem: Futter geben an Menschen ist für Hunde ungewöhnlich, da wir die Versorger sind. Bei Fremden fehlt zudem die Bindung – Ihr eigener Hund würde anders handeln.
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