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Goldfisch lernt Autofahren: Studie der Ben-Gurion-Universität offenbart universelle Navigationsfähigkeiten

Ein Goldfisch kann Autofahren – so gut wie eine Ente schwimmt. Forscher der Ben-Gurion-Universität des Negev haben dies in einem innovativen Experiment bewiesen.

Das Team unter Leitung von Dr. Ohad Ben-Shahar, Professor für Informatik, brachte den Fisch bei, ein spezielles 'Fish Operated Vehicle' (FOV) durch Bewegungen in seinem Tank auf ein Ziel mit Belohnung zu lenken. Diese Studie hat weitreichende Implikationen für die menschliche Navigation im Weltraum.

Goldfisch lernt Autofahren: Studie der Ben-Gurion-Universität offenbart universelle Navigationsfähigkeiten

Dr. Ben-Shahar erforscht, wie Gehirne Räume kartieren und Bewegungen steuern. 'Im Kopf entsteht eine mentale Karte, die Bewegungen mit räumlichen Veränderungen verknüpft', erklärt er. So wissen wir, wie weit wir den Arm ausstrecken müssen, um eine Tasse zu greifen, ohne sie umzustoßen. 'Die Repräsentation des Raums im Gehirn ist der Schlüssel zu Navigationsentscheidungen.'

'Unbestritten ist, dass Tiere den Raum im Gehirn abbilden. Die Frage ist: Hängt diese Repräsentation von der Umwelt ab?', fragt Ben-Shahar.

Unterscheiden sich also Hirnkarten auf Land und im Wasser, oder sind sie universell?

'Falls die Raumdarstellung umweltabhängig ist, beeinflusst sie die Navigation stark. Bleiben Entscheidungen stabil, deutet das auf eine universelle Repräsentation hin.'

Um dies zu testen, holten die Forscher den Fisch aus seiner aquatischen Welt in eine terrestrische Umgebung – der extremste Kontrast.

Eine Kamera über dem Tank trackte die Fischausrichtung: Berührte er die Tankwand in Zielsrichtung, bewegte sich das FOV entsprechend. 'Der Fisch lernte in nur 10 Tagen – unterbrochen durch Fütterungspausen, da Goldfische sich sonst überfressen würden.'

Die Wahrnehmung ähnelte menschlichem Tauchen: Optische Verzerrungen durch Luft, Glas und Wasser. Dennoch meisterte der Fisch die Aufgabe 'ziemlich gut', wie Ben-Shahar betont. Ähnlich passen sich Taucher an veränderte Bedingungen an.

Langfristig könnte die Forschung Astronauten nutzen: 'Wir zielen auf Erkenntnisse ab, die Navigation im Weltraum erleichtern. Weitere Studien mit anderen Arten laufen bereits.'

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