Stellen Sie sich ein Tier vor, das zu 97 Prozent aus Wasser besteht, seinen eigenen Nachwuchs frisst und einen „vergänglichen Anus“ besitzt. Das Warzenkammgelee ist eine faszinierende kannibalische Rippenqualle mit einem der außergewöhnlichsten anatomischen Mechanismen der Tierwelt. Dieses quallenähnliche Wesen verfügt meistens über keinen Anus. Doch sobald es benötigt wird, entsteht eine vorübergehende Öffnung – nur um kurz darauf wieder zu verschwinden. Es ist das einzige bekannte Tier mit dieser einzigartigen Anpassung.
Diese ungewöhnliche Spezies, heimisch an der Ostküste Amerikas, gehört zur Gruppe der Rippenquallen. Diese durchscheinenden, dickbauchigen Kreaturen bewegen sich mit schillernden Zilienreihen durch den Ozean und saugen mikroskopisch kleine Beute auf. Im Gegensatz zu anderen Rippenquallen mit permanenten Öffnungen hat das Warzenkammgelee eine temporäre, die je nach Bedarf entsteht und vergeht.
Beim Stuhlgang verschmilzt ein Teil des Darms mit der äußeren Epidermisschicht, die sich zusammenzieht, um die flüchtige Öffnung zu bilden. Erwachsene Exemplare in Golfballgröße entleeren sich regelmäßig, etwa einmal pro Stunde. Forscher sehen darin möglicherweise ein evolutionäres Zwischenstadium des Anus.
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