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Planet Neun: Die Jagd nach dem verborgenen neunten Planeten unseres Sonnensystems

Schauen Sie in den Nachthimmel und richten Sie Ihren Blick auf die drei markanten Sterne des Orion-Gürtels. Verlängern Sie die Linie zwischen ihnen nach oben rechts Richtung Sternbild Stier. Auf halbem Weg liegt ein unscheinbarer Himmelsfleck, der potenziell die Heimat eines der größten astronomischen Entdeckungen werden könnte: ein neunter Planet, der unsere Sonne umkreist.

Die Entdeckung eines neuen Planeten im Sonnensystem ist ein rares Ereignis. In der Menschheitsgeschichte geschah dies nur zweimal – mit Uranus 1781 und Neptun 1846. Alle anderen Planeten waren seit der Antike bekannt. Objekte wie Ceres oder Pluto verloren im Laufe der Zeit ihren Planetenstatus. Nur William Herschel, Urbain Le Verrier, Johann Gottfried Galle und John Couch Adams entdeckten Planeten, die bis heute anerkannt sind.

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Astronomen Mike Brown und Konstantin Batygin von der Caltech könnten diese Elite-Gruppe bald erweitern. Seit 2016 postulieren sie die Existenz eines neunten Planeten. Sie beobachteten ungewöhnliche Bahnen kleiner Objekte jenseits von Neptun und schlussfolgerten, dass ein massereicher Planet ihre Bewegungen beeinflusst.

„Wir waren überzeugt, dass ein weiterer Planet die Anomalien im äußeren Sonnensystem erklären könnte“, erklärt Batygin. Trotz intensiver Suche blieb Planet Neun – so der Arbeitstitel – verborgen. Bei Entdeckung wird er wie die anderen nach einer römischen oder griechischen Gottheit benannt.

Fernbeziehung

Die Hypothese von Planet Neun stützt sich auf Beobachtungen transneptunischer Objekte (TNOs) mit modernen Teleskopen. Diese Region jenseits der acht Planeten ist dünkel und schwer zugänglich. Objekte werden nur durch schwach reflektiertes Sonnenlicht sichtbar, das über Milliarden Kilometer reist.

Das Licht legt mehr als 4.500.000.000 km zurück, verblasst stark und erfordert große Teleskope. Nehmen Sie 2012 VP113, ein 600 km breites Objekt 80-mal weiter von der Sonne als die Erde entfernt. Sein reflektiertes Licht ist 40 Millionen Mal schwächer als direktes Sonnenlicht und braucht fast einen Tag pro Strecke bei 300.000 km/s.

Planet Neun: Die Jagd nach dem verborgenen neunten Planeten unseres Sonnensystems

Die 2014 von Scott Sheppard und Chad Trujillo entdeckte VP113 teilt Bahneigenschaften mit Sedna, darunter eine ungewöhnlich ähnliche Neigung zur Sonne. Solche Übereinstimmungen widersprechen Modellen zufälliger Bildung und deuten auf eine gravitationelle Einflussnahme hin.

„Sie sind wie Fingerabdrücke am Tatort“, vergleicht Megan Schwamb vom Gemini-Observatory, Mitentdeckerin mehrerer TNOs.

Ein Planet mit mehreren Erdmasse könnte diese Effekte verursachen – ähnlich wie Neptuns Entdeckung durch Uranus-Störungen.

Verstecken und suchen

Planet Neun bleibt unsichtbar, doch die Suche hat Dutzende TNOs ans Licht gebracht, darunter 14 Objekte über 230 AE entfernt. Dazu gehört „The Goblin“ (2018 von Sheppard et al. entdeckt), ein 300 km Objekt mit 40.000-jähriger Umlaufbahn. Je mehr solcher Objekte, desto stärker der Fall für Planet Neun.

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Alternativen wie Beobachtungsverzerrungen werden diskutiert, doch Brown und Batygin schätzen die Wahrscheinlichkeit 2019 auf nur 0,2 %.

Den Himmel durchkämmen

Die Suche erfordert spezialisierte Teleskope wie das 8,2-m-Subaru auf Hawaii. Der Suchraum umfasst 800 Quadratgrade – äquivalent zu 3.200 Vollmonden. Neue Modelle von Batygin machen Planet Neun kleiner (5-fache Erdmasse, 10.000 Jahre Umlauf), also heller.

Das Netz schließt sich

Unbekannte Albedo kompliziert die Sache: Hell oder dunkel? Etwa 50 % des relevanten Himmels sind abgedeckt. Witterung, Vulkane und Erdbeben auf Hawaii erschweren die Arbeit. Brown: „Es ist frustrierend.“

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Das LSST in Chile (ab 2022) verspricht Hunderte neue TNOs und klare Hinweise. Schwamb: „Es wird beantwortet werden.“

Planet Neun: Die Jagd nach dem verborgenen neunten Planeten unseres Sonnensystems

Planet Neuns Herkunft: Wahrscheinlich aus dem inneren System geschleudert. Simulationen deuten auf einen fünften Riesenplaneten hin. Seine Entdeckung wäre schlüsselverständlich für unser Sonnensystem.