Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA)
Chajnantor-Plateau, Atacama-Wüste, Chile
Die Atacama-Wüste in Chile gilt als Mekka der Astronomie. Ihre extreme Höhenlage, kalten Nächte, minimale Niederschläge und freie Sicht ohne Lichtverschmutzung sorgen für einen der klarsten Himmel weltweit.

In enger Zusammenarbeit mit Chile hat die Europäische Südsternwarte (ESO) – eine renommierte Forschungsorganisation mit 16 Mitgliedstaaten – hier das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) errichtet.
Seit 2011 aktiv, umfasst dieses High-Tech-Instrument 66 präzise Antennen, die flexibel angeordnet werden können. So entsteht ein variabler Zoom-Effekt, der schärfere Bilder liefert als das Hubble-Weltraumteleskop. ALMA beobachtet Millimeterwellen-Licht von den kältesten Objekten im Universum – bei Temperaturen nur knapp über dem absoluten Nullpunkt.
Diese Objekte sind molekulare Gas- und Staubwolken, die Grundbausteine für Galaxien, Sterne und Planeten bilden. Durch ihre Erforschung enthüllen Wissenschaftler die Prozesse der Planetenentstehung und unsere kosmischen Ursprünge.
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Very Large Telescope (VLT)
Cerro Paranal, Atacama-Wüste, Chile
Etwa 500 Kilometer entfernt, auf dem Cerro Paranal, thront das Very Large Telescope (VLT).

Es besteht aus vier Einheitsteleskopen, benannt nach Himmelsobjekten in der Mapuche-Sprache der indigenen Bevölkerung Südchiles, ergänzt durch vier bewegliche Hilfsteleskope.
Einzeln erkennt eines dieser Teleskope Objekte, die vier Milliarden Mal schwächer sind als das schwächste mit dem bloßen Auge Sichtbare.

Zusammengekoppelt bilden sie ein mächtiges Interferometer, das Details liefert, die keines allein erreichen könnte.
Seit 1998 im Einsatz hat das VLT unser Universumsverständnis revolutioniert – mit durchschnittlich über einer peer-reviewed Publikation täglich. Ikonische Erfolge umfassen die Bestätigung von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie durch Beobachtung eines Sterns am supermassereichen Schwarzen Loch im Zentrum der Milchstraße.

Weiterhin maß es das Alter alter Sterne im Haufen NGC 6397, analysierte die Atmosphäre eines Super-Erden-Exoplaneten und entdeckte Kohlenmonoxid in einer Galaxie 11 Milliarden Lichtjahre entfernt.
500-Meter Aperture Spherical Telescope (FAST)
Landkreis Pingtang, Guizhou, China

Auf der anderen Erdseite, im bergigen Pingtang-Landkreis Chinas, ragt das Five-hundred-meter Aperture Spherical Telescope (FAST) empor – das neueste Highlight unserer Übersicht.

Seit Januar 2020 betriebsbereit besteht es aus einer 500-Meter-Schüssel mit 4.450 einstellbaren dreieckigen Metallplatten, die Signale auf eine zentrale Empfangsantenne bündeln.

Eröffnet 2019 für Forscher jagt FAST Pulsare, Fast Radio Bursts (FRBs) und Hinweise auf außerirdisches Leben. Pulsare – seit den 1960er Jahren von Jocelyn Bell Burnell und Antony Hewish entdeckt – wurden zunächst als "LGMs" (Little Green Men) missverstanden, sind aber rotierende, magnetisierte Neutronensterne, nur radiotechnisch nachweisbar.

FRBs, seit 2007 bekannt, sind intensive, kurze Radioblitze kosmischen Ursprungs – ihre Quelle bleibt rätselhaft.
Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy (VISTA)
Cerro Paranal, Atacama-Wüste, Chile
Am selben Standort wie das VLT operiert seit 2009 das Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy (VISTA), ein ESO-Instrument mit hochempfindlicher Nahinfrarotkamera.

Es durchdringt Staubwolken und erfasst unsichtbare Objekte wie Braune Zwerge, ferne Quasare, Galaxien oder Sterne im Milchstraßenzentrum – ideal zur detaillierten Kartierung unserer Galaxie.

Zu seinen Highlights zählen atemberaubende Aufnahmen des Flammennebels, Orionnebels und Lagunennebels, Tausende Lichtjahre entfernt.