Zwei der Astronauten der legendären Apollo-13-Mission, Jim Lovell und Fred Haise, sehen auch 50 Jahre später in der dramatischen Rückkehr zur Erde einen Triumph. Die Welt verfolgte ihre Tortur live im Fernsehen.
Lovell und Haise sprechen noch immer leidenschaftlich über das Abenteuer, das einen Hollywood-Blockbuster inspirierte – trotz des frühen Todes ihres Crewmitglieds Jack Swigert im Jahr 1982.
Trotz des Platzen des Sauerstofftanks am 13. April 1970 erreichten sie den Mond nie. Dennoch lehnen Lovell und Haise Aberglauben ab und integrieren die Zahl 13 sogar in ihre E-Mail-Adressen.
»Ich lebe noch. Solange ich atme, geht’s mir gut«, sagt Missionskommandant Jim Lovell, 92, aus seinem Zuhause in Illinois, USA.
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Ein halbes Jahrhundert später gilt Apollo 13 als Meisterleistung der Mission Control in Houston.
Lovell nennt es eine »wundersame Genesung«.
Haise, 86, sieht es wie viele als den »erfolgreichsten Fehlschlag« der NASA: »Es war eine großartige Mission. Sie zeigte, was Menschen mit Verstand und Einfallsreichtum leisten können.«
Als Pilot der Mondlandefähre Aquarius wäre Haise der Sechste auf dem Mond gewesen, gefolgt von Lovell.
Die Explosion verhinderte die dritte NASA-Mondlandung – neun Monate nach Neil Armstrong und Buzz Aldrin bei Apollo 11.
Die Corona-Pandemie stoppte nun die 50-Jahre-Feiern, darunter im Kennedy Space Center, wo der Start am 11. April 1970 – einem Samstag wie heute – begann.
Haise, der in Houston lebt, feiert jährlich den 13. April als »Tag des Aufschwungs«.
Lovell, Haise und der kurzfristige Ersatz Swigert waren fast am Mond, als sie einen Knall hörten.
Ein Sauerstofftank im Servicemodul explodierte.
Die ikonischen Worte folgten: »Okay, Houston, wir hatten hier ein Problem«, funkte Swigert. »Houston, wir hatten ein Problem«, korrigierte Lovell.
Lovell meldete Spannungsabfall, Druck im Tank fiel auf Null. Zwei Brennstoffzellen zerstört, die dritte beschädigt.
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Als Lovell Sauerstoff entweichen sah, wusste er: Mondlandung passé. »Nicht landen oder sterben sind zwei Paar Schuhe«, sagte er. »Es ging ums Überleben: Wie kommen wir heim?«
200.000 Meilen entfernt brauchten sie Ruhe, Können – und Glück.
»Die Explosion kam ideal«, meint Lovell. Früher hätte keine Energie für den Mondflugumkreis gereicht; später wäre fatal.
»Ich glaube, wir hatten göttliche Hilfe.«
Aus einer eintönigen Mission wurde globales Drama. Gene Kranz’ Team in Houston entwickelte den Rettungsplan; die Crew blieb ruhig.
»Dunkle Gedanken rasten durch, aber stumm«, sagt Lovell. Haise: »Wir kamen nie an den Punkt, wo nichts mehr ging. Nie dachten wir: Jetzt sterben wir.«
Das Weiße Haus wollte Quoten; Kranz verweigerte. »Ich bringe sie heim.« (»Failure is not an option« ist Hollywood-Erfindung.)
Krisenmodus: Odyssey abschalten, in Aquarius wechseln.
Lovell: »Für zwei Mann, zwei Tage – wir drei, vier Tage.« CO₂-Gefahr; Ingenieure bastelten runde Filter aus quadratischen mit Schiffsmüll.
Kalt, feucht, dehydriert – Haise fiebrig.
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