Laut einer neuen Studie in Nature wurde erstmals ein riesiger, intakter Exoplanet entdeckt, der einen Weißen Zwerg umkreist.
Forscher der University of Wisconsin-Madison und Kollegen schließen daraus, dass jupiterähnliche Planeten den Untergang ihres Sterns überleben und in enge Umlaufbahnen um den verbliebenen Kern gelangen können.
Ein Weißer Zwerg ist der kollabierte Kern eines sonnenähnlichen Sterns nach Abstoßung seiner Atmosphäre – erdgroß, mit etwa der Hälfte der Sonnenmasse. Die meisten bekannten Exoplaneten umkreisen Sterne, die zu Weißen Zwergen werden.
Beim Aufbrauchen des Wasserstoffs werden diese Sterne zu Roten Riesen, die sich ausdehnen und nahen Planeten verschlingen. Die Studie macht es daher unwahrscheinlich, dass Planeten in engen Bahnen die Weiße-Zwerg-Phase überstehen.
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Obwohl einige Weiße Zwerge Hinweise auf Planetenreste zeigen, war kein intakter Planet bekannt – bislang.
Mithilfe von Daten der NASA-Mission TESS melden Andrew Vanderburg und Team einen Riesenplanetenkandidaten, der WD 1856+534 alle 1,4 Tage transitiert.
WD 1856 b ist jupiterähnlich groß und bis zu 14-mal massereicher, schätzen die Astronomen.
Hauptautor Vanderburg, Assistenzprofessor an der University of Wisconsin-Madison: „Die Entdeckung überraschte uns. Ein früheres ähnliches System zeigte nur Trümmer eines zerfallenden Asteroiden.“
Um Zerstörung zu vermeiden, muss WD 1856 b während der Roten-Riesen-Phase über eine Astronomische Einheit entfernt gewesen sein.
Simulationen deuten darauf hin, dass Planetenkollisionen den Exoplaneten später in die enge Bahn schleuderten.
„Keine Trümmer auf der Sternoberfläche oder in einer Scheibe – der Planet ist intakt“, erklärt Dr. Siyi Xu, Assistenzastronomin am Gemini Observatory. „Er ist extrem kühl: Kein Licht, selbst nicht im Infrarot.“
Das Spitzer-Teleskop misst eine Oberflächentemperatur von maximal 17 °C – erdähnlich.
„Indirekte Hinweise auf Planeten bei Weißen Zwergen gab es; diesen zu finden ist atemberaubend“, fasst Dr. Xu zusammen.