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Virtual Reality als drogenfreie Schmerzlinderung: Studie des Cedars-Sinai belegt überlegene Wirkung

Forscher am Cedars-Sinai Medical Center in Kalifornien haben gezeigt, dass Virtual Reality (VR) eine wirksame, medikamentenfreie Option zur Linderung von Schmerzen bei Krankenhauspatienten bietet.

VR wird bereits erfolgreich in medizinischen Einrichtungen eingesetzt, um Angstzustände zu reduzieren, Patienten während der Wundbehandlung abzulenken und Schmerzen in der Physiotherapie bei Verbrennungsverletzungen zu mildern.

Um die Wirksamkeit der VR-Schmerzlinderung genauer zu untersuchen, führten Experten des Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles eine randomisierte Studie mit 120 Patienten mit moderaten bis starken Schmerzen durch. Die Teilnehmer wurden zwei Gruppen zugeteilt: Eine Gruppe nutzte ein Samsung Gear Oculus-Headset mit einer Bibliothek an VR-Erlebnissen, die andere schaute einen Fernsehsender mit geführten Entspannungsübungen und Gedichtlesungen.

Die Patienten wurden aufgefordert, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen mindestens drei 10-minütige Sitzungen pro Tag durchzuführen. Verfügbare VR-Inhalte umfassten eine geführte Natur-Meditation, das Spiel „Bear Blast“ mit animierten Zielen und einen simulierten Flug des Wright-Bruder-Flugzeugs über das ländliche Ohio. Vor und nach jeder Sitzung bewerteten die Teilnehmer ihren Schmerz auf einer Skala von 1 bis 10.

Die Ergebnisse zeigten: VR war der TV-Kontrolle signifikant überlegen. „VR übertraf die Kontrollbedingung und bewies Vorteile über mehrere Tage hinweg“, betont Dr. Brennan Spiegel, Leiter der Studie.

Patienten mit starken Schmerzen profitierten am meisten – ein Hinweis darauf, dass VR den Bedarf an hochgradig abhängig machenden Opioiden reduzieren kann.

Wie VR genau wirkt, ist noch nicht vollständig erforscht. Die gängigste Erklärung: Die intensive, immersive Erfahrung bindet das Gehirn und die Sinne so stark, dass Schmerzsignale aus dem Körper abgeschwächt werden.