Laut einer umfassenden Studie von Psychologen der University of Warwick haben Erwachsene, die vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren wurden, deutlich geringere Chancen auf romantische Beziehungen oder eigene Kinder – im Vergleich zu Personen, die termingerecht mit 40 Wochen zur Welt kamen.
Die Analyse von Daten aus 4,4 Millionen Erwachsenen zeigt: Frühgeborene gehen zu 28 Prozent seltener romantische Beziehungen ein, werden zu 22 Prozent seltener Eltern und haben eine 2,3-mal geringere Wahrscheinlichkeit, jemals Geschlechtsverkehr zu haben. Besonders betroffen sind extrem Frühgeborene vor der 32. SSW.
Weitere Untersuchungen deuten darauf hin, dass Frühgeburten mit Schüchternheit, Rückzugstendenz und geringerer Risikobereitschaft einhergehen. Dies führt oft zu sozialer Isolation und erschwert den Aufbau enger Beziehungen.
„Der Befund, dass Frühgeborene seltener Partner haben, Sex ausüben oder Eltern werden, lässt sich nicht allein durch höhere Invaliditätsraten erklären“, betont Dr. Marina Goulart de Mendonça, Mitautorin der Studie.
„Bereits in der Kindheit zeigen eher Frühgeborene Beeinträchtigungen in sozialen Interaktionen, die Übergänge wie die Partnersuche erschweren – ein Meilenstein für das Wohlbefinden.“
Forscher empfehlen Eltern und Pädagogen eindringlich, Frühgeborene aktiv zu sozialen Kontakten und Freundschaften anzuregen. Wichtig: Die wenigen engen Beziehungen, die sie knüpfen, sind qualitativ genauso wertvoll wie bei Termingeburten.