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Sonnencreme: Gesundheitsrisiko oder unverzichtbarer Schutz? Experten klären auf

Melanom-Hautkrebs ist die fünft häufigste Krebsart im Vereinigten Königreich. Laut Cancer Research UK sind 86 Prozent der jährlich 16.000 Neuerkrankungen vermeidbar. Sonnenlicht birgt jedoch auch nachgewiesene Vorteile für unsere Gesundheit. Verweigert uns unsere Abhängigkeit von Sonnencreme diese?

Unser Körper braucht Sonnenlicht, um Vitamin D zu produzieren. Während ein Teil über die Nahrung aufgenommen wird, entsteht der Großteil durch eine chemische Reaktion in der Haut, ausgelöst von ultravioletten (UV-)Strahlen. Vitamin D reguliert die Kalziumaufnahme. Ein Mangel kann zu Rachitis oder Osteomalazie führen, bei denen Knochen weich und deformiert bleiben.

Leider verursachen gerade die UVB-Strahlen, die Vitamin D fördern, auch Sonnenbrand, Hautalterung und Krebs. Tägliche Sonnencreme in den Sommermonaten – bei korrekter, regelmäßiger Anwendung – könnte diesen Prozess theoretisch blockieren.

Einige Dermatologen halten Stickoxid für ebenso entscheidend wie Vitamin D, vielleicht sogar wichtiger. Dieses Molekül entsteht unter UV-Einfluss, entspannt Blutgefäße, senkt den Blutdruck. Dr. Richard Weller von der Universität Edinburgh untersuchte dies: "Wir vermuten, dass die Vorteile des Sonnenlichts für die Herzgesundheit das Hautkrebsrisiko überwiegen." In der BBC-Sendung Trust Me, I’m A Doctor (2016) riet er: Kein Grund, Sonne zu meiden – nur nicht verbrennen.

Eine Studie im Journal of the American Medical Association (Mai) zeigte: Wirkstoffe in vier Sonnencreme-Typen gelangen nach einem Tag in den Blutkreislauf. Beunruhigend, doch die Auswirkungen von Stoffen wie Oxybenzon oder Octocrylen sind unbekannt.

Selbst bei potenziellen Effekten: Die Studienteilnehmer applizierten vier Tage maximal dosiert, viermal täglich. Eine King’s-College-London-Studie (2018) ergab: Im Alltag tragen die meisten weniger als die Hälfte der empfohlenen Menge auf. Die Forscher raten: Sonnencreme nicht entsorgen, bis mehr bekannt ist.

Unabhängig davon ist die Gefahr von Sonnenexposition bewiesen. Dr. Monty Lyman in The Remarkable Life Of The Skin: "Hautschäden, auch durch leichte Bräune, summieren sich. Bräune schützt nur mit LSF 3 und hinterlässt DNA-Schäden."

Sollten wir die Sonne meiden? Lyman: "Melanin zeigt, dass Sonne nicht harmlos ist. Weniger Pigment nördlich des Äquators deutet auf Vorteile hin. Balance ist entscheidend."

Optimale Vitamin-D-Dosis: Je nach Hautton zwischen März und September 2–3-mal wöchentlich die Hälfte der Zeit bis zum Verbrennen ungeschützt. Täglich Freiluftzeit fördert Wohlbefinden – kein extremes Sun-Bathing nötig.

Im Urlaub mit starker Sonne: Eine Studie im British Journal of Dermatology zeigt, dass hochschützende Cremes die Vitamin-D-Produktion nicht stoppen. Bislang keine Beweise gegen Sonnencreme.