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Dean Burnett: Warum Teenager sagen könnten: 'Es liegt jetzt an uns' – Einblicke eines Neurologen

Dean Burnett, Neurowissenschaftler, Komiker und Bestsellerautor, beleuchtet in seinem neuen Buch "Warum Ihre Eltern Sie auf die Palme bringen – und was Sie dagegen tun können" die komplexe Beziehung zwischen Teenagern und Eltern. Vor welchen Herausforderungen stehen die Jugendlichen von heute?

Was hat Sie zu diesem Leitfaden für Teenager inspiriert?

Ich könnte von den 'Zeichen der Zeit' sprechen, von Generationenkonflikten und der wachsenden politischen Spaltung erzählen. Nehmen Sie den Umweltaspekt: Greta Thunberg, mit gerade einmal 16 Jahren, ist die führende Stimme im Klimawandel. Wir stehen an einem entscheidenden historischen Wendepunkt, an dem ältere und jüngere Generationen weiter auseinanderdriften als je zuvor. Ein Buch, das hilft, das zu verstehen, könnte goldwert sein – eine dringende Notwendigkeit.

Aber ehrlich gesagt war es mein Lektor Jamie, der mich ansprach: 'Ich habe eine Idee für ein Buch über umgekehrte Elternschaft. Wollen Sie es schreiben?' Ich sagte sofort zu – und so entstand es.

Wie meistern Teenager den gesellschaftlichen Druck?

Überraschend reif, finde ich. Schauen Sie sich die Teenagerproteste an: Keine Kontroversen, keine Ausschreitungen. Im Vergleich dazu die Vote-Leave-Demos mit den über 50-Jährigen, die mit der Polizei kollidierten – das sagt einiges aus.

Es ist beeindruckend, wie vernünftig sie agieren. Man könnte einem Teenager verzeihen, wenn er auf die Erwachsenenwelt blickt und sagt: 'Ihr macht es nicht richtig, also liegt es jetzt an uns.' Das erzeugt Stress, aber auch Kontrolle – sie übernehmen Verantwortung.

Kritiker sagen: 'Sie sind zu jung, wissen nicht, was sie tun.' Diese Logik fehlte jedoch bei der 15-Jährigen, die zu ISIS floh und einen Terroristen heiratete. Da hieß es: 'Sie wusste, was sie tat – bestraft sie wie eine Erwachsene.' Mit 15 also reif fürs Gericht, mit 16 zu jung für eine Klimarevolution? Das ist ideologisch, nicht logisch.

Ab wann ist man kein Teenager mehr?

Eine faszinierende, umstrittene Frage. Gesellschaftlich gibt es Grenzen: 18 zum Wählen, 17 zum Autofahren. Biologisch tritt Erwachsensein mit der Pubertät ein – mit 11, 12 oder 13. Doch die meisten widersprechen da entschieden.

Der präfrontale Kortex, unser zukunftsorientiertes Planungs-Zentrum, reift erst Mitte 20. Psychologisch und sozial? Sehr variabel. Nehmen Sie das Einwilligungsalter: Mit 16 legal, aber Pornografie erst ab 18? Widersprüchlich. Die Gesellschaft tastet sich seit Jahrzehnten vor – wann Erwachsensein beginnt, ist schwankend und uneinig.

Was wünschen Sie, Ihnen als Teenager gesagt worden wäre?

Ja, ich beschreibe es zu Buchbeginn. Es war der Tag der GCSE- oder A-Level-Ergebnisse in den späten 90ern, Blair-Ära. Die Idee, direkt nach der Schule arbeiten zu gehen, war passé; Studiengebühren kamen. 'Diese Prüfungen entscheiden eure Zukunft!', hieß es ständig.

Ohne akademische Familie war der Druck enorm. Rekord-Ergebnisse landesweit – wir waren stolz. Doch die Schlagzeilen: 'Prüfungen sind jetzt zu einfach!' Ein Schlag ins Gesicht von den Autoritäten, die monatelang Druck gemacht hatten.

Das traumatisierte mich. 'Du verstehst es, wenn du älter bist' – jetzt bin ich älter und sehe: Es ist falsch. Deshalb schreibe ich dagegen an.

Dean Burnett: Warum Teenager sagen könnten:  Es liegt jetzt an uns  – Einblicke eines Neurologen

Sind Teenager heute besser als wir damals?

Ich war ein mustergültiger Junge! Studien zeigen: Weniger Gelegenheitssex, mehr Bewusstsein für Einwilligung, weniger Alkohol, offener zu Psyche, Geschlecht und Sexualität.

Der Flynn-Effekt – jede Generation schlauer – beschleunigt durchs Internet. Sozial: Bleiben länger zu Hause wegen Finanzen? Faktoren wie diese spielen mit. Die Daten deuten auf reifere, informiertere Teens hin – ein vorsichtiges Ja.