Die Filmgeschichte strotzt nur so vor schockierend blutigen Gore-Filmen – und sie sind alles andere als Nischenthema. Der Erfolg der Saw-Franchise spricht Bände. Wenn Sie denken, mit Ihnen stimmt etwas nicht, teilen Millionen Zuschauer diesen Reiz.
Der Faszinationsmoment liegt in der intensiven, visuellen Wirkung: Gore-Filme erzeugen echte Erschütterung und Aufregung. Nicht jeder teilt diese Vorliebe. Studien zeigen: Fans schneiden bei Empathie tendenziell schlechter ab, punkten aber höher beim Persönlichkeitsmerkmal „Sensation Seeking“.
Psychologen der Universität Jena haben das mit Gehirnbildgebung untersucht: Sensationssuchende – jene, die Achterbahnen oder Extremsportarten lieben – zeigen bei ruhigen Szenen eine gedämpfte neuronale Aktivität. Bei bedrohlichen oder gewalttätigen Momenten feuert ihr Gehirn jedoch hochaktiv: Genau die Stimulation, die sie brauchen.
Eine weitere Nuance: Sehen Sie die Filme allein oder zu zweit? Beim Kuscheln auf dem Sofa mit dem Partner können Gruselfilme Nähe schaffen – ein Effekt, den Psychologen der 1980er als „Kuscheltheorie“ beschrieben haben.