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Expertenwarnung: Auch 60- bis 69-Jährige hohem COVID-19-Risiko ausgesetzt – UK-Politik zu lasch?

Experten warnen: Die aktuelle COVID-19-Strategie des Vereinigten Königreichs könnte rund 7,3 Millionen Menschen im Alter von 60 bis 69 Jahren einem erhöhten Risiko für schwere Verläufe und Todesfälle aussetzen.

In einem Artikel im Journal of the Royal Society of Medicine betonen Wissenschaftler, dass Daten aus China und Italien ein hohes Risiko für Komplikationen und Todesfälle durch das Coronavirus auch in dieser Altersgruppe belegen.

Dieses Risiko ist zwar geringer als bei Personen ab 70 Jahren, bleibt aber erheblich.

Professor Azeem Majeed, Leiter der Abteilung für Grundversorgung und öffentliche Gesundheit am Imperial College London, kritisiert: „Die britische Politik widerspricht der WHO, die Personen über 60 als höchstes Risiko einstuft und zusätzliche Schutzmaßnahmen empfiehlt.“

Er ergänzt: „Um Krankenhausaufenthalte, Intensivbehandlungen und Todesfälle zu minimieren, sollten 60- bis 69-Jährige soziale Distanzierung und Hygiene-Maßnahmen besonders konsequent umsetzen.“

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Offizielle Richtlinien fordern ab 70-Jährige zu strenger sozialer Distanzierung auf, unabhängig von Vorerkrankungen – etwa Vermeidung von Treffen mit Familie und Freunden sowie Nutzung von Telefon- oder Onlinediensten für Arztkontakte.

Diese gelten auch für Jüngere mit Vorerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem.

Expertenwarnung: Auch 60- bis 69-Jährige hohem COVID-19-Risiko ausgesetzt – UK-Politik zu lasch?

Trotz landesweiter Lockdown müssen auch Jüngere unter 70 soziale Distanz wahren, können aber einkaufen oder arbeiten gehen, so Prof. Majeed.

Der gemeinsam mit Kollegen von Imperial College London und University of Exeter verfasste Artikel nennt Sterblichkeitsraten von 3,5 % in Italien und 3,6 % in China für 60- bis 69-Jährige.

Länder wie Schweiz und Frankreich empfehlen Betroffenen ab 65 strenge Maßnahmen.

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Dr. James Gill, klinischer Dozent an der Warwick Medical School und praktizierender Arzt, lobt eine Ausweitung der Isolation ab 60: „Das entlastet den NHS, insbesondere Intensivstationen.“

Er betont: „Das Risiko in dieser Gruppe ist zwar sechsmal niedriger als ab 70, aber immer noch signifikant höher als bei Jüngeren. Eine Erweiterung der Maßnahmen ist diskutabel, sollte aber keine Panik auslösen.“

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Dr. Nick Phin von Public Health England kontert: „Daten zeigen, dass vorwiegend Männer und über 70-Jährige sterben – zwei Drittel der Fälle Männer, 79 % ab 70.“