Die Einführung von Gesichtsbedeckungen an öffentlichen Orten in Kombination mit effektiven Tests und Kontaktverfolgungen könnte die Zahl zukünftiger COVID-19-Todesfälle im Vereinigten Königreich drastisch senken, wie ein internationales Forscherteam zeigt.
Das Expertenteam von renommierten Universitäten analysierte verschiedene Szenarien und berechnet: Umfassende Tests, Rückverfolgung und Isolation gepaart mit weit verbreiteter Maskennutzung könnten in den nächsten zwei Jahren 50.000 Leben retten und 700 Milliarden Pfund Bruttoinlandsprodukt sichern.
Die Schätzungen basieren auf offiziellen Daten mit knapp über 40.000 Todesfällen bis 5. Juni – unabhängig von höheren alternativen Einschätzungen.
In England sind Gesichtsbedeckungen derzeit in öffentlichen Verkehrsmitteln und Krankenhäusern vorgeschrieben, an stark frequentierten Orten wie vollen Geschäften empfohlen.
Die Studie, geleitet vom University College London (UCL), der University of Edinburgh und der University of Haifa, liegt als Preprint vor und wartet auf Peer-Review. Dieser Prozess filtert Fehler und methodische Schwächen heraus, ermöglicht aber schnelle Veröffentlichung in Archiven.
Mit effektiver Test-, Trace- und Maskenstrategie könnte die Todeszahl auf rund 52.000 begrenzt werden – etwa die Hälfte ohne diese Maßnahmen.
Forscher empfehlen ergänzende Kurzlockdowns, um Fallzahlen zu drücken und großangelegte Testprogramme umzusetzen.
Das Modell setzt voraus, dass symptomatische Personen getestet und Kontakte vollständig zurückverfolgt sowie isoliert werden.

Hauptautor Dr. Tim Colbourn vom UCL Institute for Global Health betont: „Unsere Ergebnisse plädieren dringend für eine sofortige Ausweitung von Tests und Rückverfolgung, um COVID-19 bis zur Verfügbarkeit von Impfstoff oder wirksamen Therapien einzudämmen.“
„Durch klare Darstellung der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Vorteile wollen wir die Unterstützung für ein integriertes Test-, Trace- und Isolationssystem im UK stärken.“