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Testfehler in Südkorea erklären vermeintliche Coronavirus-Reinfektionen – Hoffnung auf Immunität wächst

Der Testkoordinator des Vereinigten Königreichs, Professor John Newton, bezeichnete neue Erkenntnisse aus Südkorea als "ermutigend". Sie deuten darauf hin, dass Erkrankte nach einer Coronavirus-Infektion eine Immunität entwickeln könnten.

Die Hoffnung auf eine natürliche Herdenimmunität schien zunächst geschwunden, als in Südkorea fast 300 Fälle von scheinbaren Zweitinfektionen mit COVID-19 gemeldet wurden.

Das zentrale Klinische Komitee für die Bekämpfung von Infektionskrankheiten des Landes klärte jedoch: Diese Fälle resultieren aus Testfehlern und nicht aus einer kurzfristigen Immunität.

Professor Newton nannte die südkoreanische Mitteilung "vielversprechend", als er zu den Ergebnissen befragt wurde.

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Die Academy of Medical Sciences schätzt, dass rund 80 Prozent der Bevölkerung immun sein müssen, um eine Herdenimmunität zu erreichen – bei der genug Menschen geschützt sind, um die Ausbreitung zu stoppen.

Regierungsberater wie der leitende Wissenschaftler Sir Patrick Vallance begründeten die Verzögerung des Lockdowns bis zum 23. März mit dem Ziel, Bedingungen für eine Herdenimmunität zu schaffen.

Bei der täglichen Pressekonferenz in der Downing Street am Freitag betonte Prof. Newton, dass die Immunitätsforschung noch in den Kinderschuhen steckt, die südkoreanischen Ergebnisse aber vielversprechend seien.

"Eine allgemeine Regel besagt, dass man keine Entscheidungen auf Basis einer einzelnen Studie trifft. Wir warten auf Replikationen in weiteren Untersuchungen", erklärte er. "Das ist natürlich vielversprechend. Es wäre überraschend, wenn nach einer Infektion gar keine Immunität entstünde. Die Wissenschaft klärt derzeit Umfang und Dauer. Solche Ergebnisse sind ermutigend."

Testfehler in Südkorea erklären vermeintliche Coronavirus-Reinfektionen – Hoffnung auf Immunität wächst

Das passt zu Versprechen von Wissenschaftlern, Immunitätsforschung zu priorisieren und innerhalb von 12 bis 18 Monaten klare Antworten zu liefern.

Die Academy of Medical Sciences und die British Society for Immunology forderten in einem Freitags-Papier Studien zu Antikörperschutz, der Rolle von T-Zellen und zuverlässigen Tests. Dies helfe, den Stand der Herdenimmunität zu verstehen.

Professor Danny Altmann vom Imperial College London, Berater des Papiers, äußerte sich hoffnungsvoll über mögliche Erkenntnisse.

Die WHO warnt hingegen: Es fehlen Beweise, dass genesene Patienten mit Antikörpern vor Reinfektionen geschützt sind.