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COVID-19-Pandemie: Herzpatienten erleiden Doppelschlag durch Virus und Versorgungsdefizite, warnt Top-Kardiologin

Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Vereinigten Königreich erlitten durch die COVID-19-Pandemie einen doppelten Schlag, betonte Dr. Sonya Babu-Narayan, stellvertretende medizinische Direktorin der British Heart Foundation, vor dem Lords Science and Technology Committee.

Sie erklärte den Abgeordneten: Menschen mit Herzerkrankungen sind nicht nur einem höheren Risiko für COVID-19-Todesfälle ausgesetzt, sondern starben auch „mehr als erwartet“ an nicht direkt mit dem Virus zusammenhängenden Herz-Kreislauf-Problemen.

„Während COVID-19 80 Prozent der übermäßigen Sterblichkeit während des Pandemie-Höhepunkts erklärt, deckt es nicht alles ab. Ein signifikanter Teil dieser Mehrsterblichkeit entfällt auf Herz-Kreislauf-Patienten“, sagte sie.

In einer Woche des Höhepunkts starben über 700 Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen – darunter rund 300 an koronarer Herzkrankheit und fast 200 an Schlaganfall. Insgesamt gab es während der Pandemie mehr als 3.600 solcher Todesfälle.

„Dies deutet auf vermeidbare Schäden durch Barrieren im Zugang zur Versorgung hin. Solche Defizite dürfen sich nicht wiederholen“, warnte Dr. Babu-Narayan.

Es kam zu einer 66-prozentigen Reduktion der Einweisungen bei Herzinsuffizienz und einem 50-prozentigen Rückgang der Notaufnahmen bei Myokardischämie, bei der der Blutfluss zum Herzmuskel blockiert ist und ein Infarkt droht.

COVID-19-Pandemie: Herzpatienten erleiden Doppelschlag durch Virus und Versorgungsdefizite, warnt Top-Kardiologin

Ende Juli warteten über 180.000 Menschen auf kardiologische Untersuchungen oder Herz-Thorax-Operationen. „Lebenswichtige Herzversorgung muss priorisiert und wiederhergestellt werden“, forderte die Expertin.

Sie empfahl individualisierte Risikobewertungen für Herzpatienten und mehr Klarheit: „Patienten müssen wissen, welche Symptome sie nicht ignorieren sollten – auch wenn Behandlungen verschoben wurden.“

Zudem plädierte sie für bessere Versorgung ethnischer Minderheiten: „Nicht-weiße Gruppen erlitten Verzögerungen in der Behandlung, was besorgniserregend ist.“

Andere Experten, wie Prof. Chris Brightling vom National Institute for Health Research, betonten, dass COVID-19 nicht nur Lunge, sondern auch Nieren, Nervensystem und Psyche schädigt.

Ein NHS-Sprecher konterte: Notfallversorgung für Herzkranke erholte sich rasch auf 95 Prozent des Normalniveaus. „Der NHS bleibt offen – zögern Sie nicht, Hilfe zu suchen.“

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