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Neue Studie: Gestörte innere Uhr fördert Entzündungen durch veränderten Stoffwechsel in Immunzellen

Der zirkadiane Rhythmus, auch innere Uhr genannt, reguliert zahlreiche Körperprozesse. Unser 24-Stunden-Schlaf-Wach-Zyklus beeinflusst von der Tageswachsamkeit über das Verdauungssystem bis hin zur Sonnenbrandanfälligkeit der Haut alles Wesentliche. Aktuelle Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass er auch bei entzündlichen Erkrankungen eine Schlüsselrolle spielt – indem er den Energieverbrauch unserer Immunzellen steuert.

„Unsere Ergebnisse ergänzen die wachsende Zahl von Studien, die erklären, warum eine Störung der inneren Uhr zu Entzündungs- und Infektionskrankheiten führt“, erklärt Dr. George Timmons, Hauptautor der Studie. „Ein zentraler Aspekt ist der Kraftstoffverbrauch auf Zellebene, etwa bei Immunzellen wie Makrophagen.“

Entzündungen sind ein normaler, gesunder Bestandteil unseres Immunsystems. Bei Verletzungen oder Infektionen steigert der Körper die Durchblutung, um mehr Blutzellen und Proteine zuzuführen und Ablagerungen zu beseitigen.

Manchmal versagt dieses System jedoch: Es entsteht eine Entzündung ohne Auslöser – eine sogenannte entzündliche Erkrankung. Diese verursacht Schmerzen und Funktionsstörungen, wie geschwollene Gelenke bei Arthritis. Zu den entzündlichen Erkrankungen zählen auch Herzkrankheiten, Fettleibigkeit und Diabetes.

Die Studie unter Leitung des Royal College of Surgeons in Ireland untersuchte den zirkadianen Rhythmus in Makrophagen, einer Art weißer Blutkörperchen. Dieser 24-Stunden-Zyklus wird vom Protein BMAL1 gesteuert. Die Forscher verglichen Mäuse mit intaktem BMAL1-Gen und solche ohne – letztere simulierten eine gestörte innere Uhr.

Ohne BMAL1 verbrauchten Makrophagen mehr Glukose, und ihre Mitochondrien – die Zellkraftwerke – bauten diese durch alternative Prozesse ab. Dadurch entstanden reaktive Sauerstoffspezies: In Maßen nützlich, in Übermaßen entzündungsfördernd.

„Diese Studie unterstreicht: Alles, was die innere Uhr stört – wie Schlafmangel oder zu wenig Tageslicht – kann die Immunfunktion beeinträchtigen“, betont Dr. Annie Curtis, leitende Autorin.