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Dr. Camilla Pang: Neurodivers zu sein und es zu zeigen, erfordert echten Mut

Dr. Camilla Pang wurde im Alter von acht Jahren mit einer Autismus-Spektrum-Störung diagnostiziert. Sie suchte verzweifelt nach Wegen, die Welt zu verstehen, und fragte ihre Mutter einmal: „Gibt es eine Bedienungsanleitung für Menschen?“

Ihr Debütbuch Explaining Humans (deutsch: Menschen erklären) dient als Leitfaden durch Leben, Liebe und Beziehungen. Es nutzt Lektionen aus ihrer wissenschaftlichen Karriere, etwa wie Proteine im Körper soziale Rollen widerspiegeln oder wie Licht durch ein Prisma bricht, um Ängste in handhabbare Teile zu zerlegen.

Camilla Pang studierte Biochemie an der University of Bristol und promovierte in Bioinformatik am University College London. In ihrer aktuellen Forschung kombiniert sie Krankheits- und Krebsdaten mit maschinellem Lernen, um Muster zu erkennen, die Therapien vorantreiben können.

Sie engagiert sich ehrenamtlich in Krebsforschungsgruppen am Francis Crick Institute in London und arbeitet an Projekten in Psychologie, Wissenschaftskommunikation und Kunst.

Menschen erklären gewann 2020 den Royal Society Insight Investment Science Book Prize.

Inwiefern fällt Ihnen Kommunikation schwer?

Offene Fragen sind für mich eine Herausforderung – das wird im Buch klar. Als jemand im autistischen Spektrum mit ADHS definiert mich das nicht. Meine Neurodiversität stärkt mich: Ohne sie hätte ich weder promoviert noch Explaining Humans geschrieben.

Was hat die Wissenschaft Sie über Menschen gelehrt?

Die Wissenschaft lehrt mich kontinuierlich. Sie ist dynamisch und evolviert ständig – genau wie wir Menschen. Sie macht mich flexibler und weniger starr.

Wo überschneidet sich Wissenschaft mit Entscheidungsfindung?

Maschinelles Lernen basiert auf Psychologie: Es ahmt das menschliche Gehirn nach, um Intuition zu skalieren. Es vorhersagt unter Unsicherheit, repliziert unsere komplexen Logiken. Doch Menschen übertreffen KI in nuancierten Entscheidungen, da wir Vorurteile durch Erfahrungen verfeinern.

Dr. Camilla Pang: Neurodivers zu sein und es zu zeigen, erfordert echten Mut

KI iteriert Daten schnell, aber unsere Entscheidungen sind vielschichtiger.

Wie unterstützt maschinelles Lernen Ihre Entscheidungen?

Wie bei Uber Eats, das Routinen vorhersagt, wende ich es auf Beziehungen an. Entscheidungen wie „Reagiere ich auf Provokation?“ erfordern Erfahrung, Reflexion und Lernen aus Fehlern – ähnlich wie Deep Learning, nur unter realem Druck.

Gibt es eine Wissenschaft hinter gescheiterten Beziehungen?

„Gescheitert“ ist zu binär. Evolution ist flexibel: Misserfolge werden zu Schätzen. Getrenntes Wachstum ist ebenso wertvoll wie gemeinsames.

Was bedeuten Neurodiversität und neurotypisch?

„Neurotypisch“ meint oft Un diagnostizierte Personen. Neurodiversität umfasst Autismus, ADHS, Bipolarität – oft durch Umweltintoleranz belastet. Akzeptanz ist Schlüssel. Jeder ist neurodivers; es zu zeigen, erfordert Mut.

Dr. Camilla Pang: Neurodivers zu sein und es zu zeigen, erfordert echten Mut

Ich passe mich an – unter dem Schreibtisch lesen, dank akzeptierender Kollegen. Anpassungsfähigkeit hilft allen.

Warum hängen Autismus und ADHS zusammen?

Sie ergänzen sich: ADHS chaotisch und expansiv, Autismus fokussiert und routiniert. Zusammen wie Yin und Yang. Sie balancieren, können aber Ängste verstärken – Energie managen ist entscheidend.

Wie wird Autismus in Medien dargestellt?

Oft stereotyp: männlich, weiß, kopfschlagend. Frauen maskieren Symptome. „Du siehst nicht autistisch aus“ schmerzt – Autismus ist mein Sein. Mein Buch beleuchtet Vielfalt.

Dr. Camilla Pang: Neurodivers zu sein und es zu zeigen, erfordert echten Mut

Warum jetzt Explaining Humans schreiben?

Es ist mein Handbuch aus Kindheitsnotizen, um zu überleben und zu verbinden. Wissenschaft machte mich sichtbar; ich teile das. Eine Gabe an meine Mutter: „Jetzt verstehe ich.“