Laut einer aktuellen Studie in der Fachzeitschrift Thorax leiden mehr als zwei Drittel der Patienten, die wegen COVID-19 hospitalisiert wurden, selbst 54 Tage nach der Entlassung unter belastenden Langzeit-Symptomen. Als Experten aus renommierten Kliniken wie dem Royal Free London und dem University College London Hospitals (UCLH) betonen wir die Notwendigkeit gezielter Nachsorge.
69 Prozent der Betroffenen berichteten von anhaltender Müdigkeit, 53 Prozent von Atemnot, 34 Prozent von Husten und 15 Prozent von depressiven Symptomen. Thorax-Röntgenbilder zeigten bei 38 Prozent Auffälligkeiten, bei 9 Prozent sogar eine Verschlechterung.
Dr. Swapna Mandal, ehrenamtliche klinische außerordentliche Professorin an der UCL-Abteilung für Medizin, unterstreicht: "Langes COVID ist ein reales Phänomen. Schwere Verläufe erfordern langfristige Behandlung und weitere Forschung."
"Patienten mit hospitalisiertem COVID-19 leiden oft wochenlang nach Entlassung unter erheblichen Einschränkungen", so Dr. Mandal. Die Studie basiert auf einer Post-COVID-Follow-up-Klinik, die psychische und körperliche Folgen systematisch erfasst.
Insgesamt wurden 384 positiv getestete Patienten aus dem Barnet Hospital, Royal Free Hospital und UCLH beobachtet. Der durchschnittliche Aufenthalt betrug 6,5 Tage; alle Follow-ups erfolgten im Mittel nach 54 Tagen per Telefon oder vor Ort.
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Bei 62 Prozent mit auffälligem Entlassungs-Röntgen normalisierten sich die Bilder; bei 38 Prozent blieben Veränderungen, bei 9 Prozent verschlechterten sie sich.
Die Studie weist Einschränkungen ein, wie den Fokus auf PCR-positive Fälle und potenzielle Selektionsbias durch fehlende Intensivpatienten oder Nichtteilnehmer. Dennoch liefert sie wertvolle Einblicke in die Realität langer COVID-Folgen.