Eine neue Studie aus der Universitätsmedizin Nanjing offenbart: Bei genesenen COVID-19-Patienten ist die Antikörperreaktion meist schwach und lässt einen Monat nach der Entlassung aus dem Krankenhaus rapide nach.
Ein tieferes Verständnis der Antikörperreaktionen gegen SARS-CoV-2, das Virus hinter COVID-19, ist essenziell für die Entwicklung effektiver Therapien und Impfstoffe, betonen Experten.
In dieser Untersuchung, veröffentlicht in PLOS Pathogens, beobachteten Forscher über sieben Wochen die SARS-CoV-2-spezifischen Antikörper bei 19 Patienten mit mildem und 7 mit schwerem Verlauf. Die meisten entwickelten Antikörper gegen das Virus.
Obwohl 80,7 Prozent der Genesenen Neutralisierungsaktivität zeigten, erreichte nur ein kleiner Teil ein starkes Niveau. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, Blutproben vor Transfusionen sorgfältig auf Neutralisierungsfähigkeit zu prüfen.
Drei bis vier Wochen nach Entlassung sank die neutralisierende Wirkung signifikant. Die Autoren der Medizinischen Fakultät der Universität Nanjing warnen: „Die Welt ringt mit einer beispiellosen Pandemie, die Gemeinschaften und Wirtschaften lähmt.“
Sie ergänzen: „Die Entwicklung der Antikörperantwort auf SARS-CoV-2 war bislang schwer greifbar. Sie liefert fundamentale Daten für Behandlungen und Impfstoffe.“
Prof. Danny Altmann, Immunologe am Imperial College London und Sprecher der British Society for Immunology, kommentiert: „Diese Studie beleuchtet Spezifität und Dauer der Immunantwort detailliert – ein Meilenstein im Verständnis von Immunität.“
„Der Goldstandard ist die Neutralisierungsprüfung. Die meisten Genesenen zeigen sie, doch 20 Prozent nicht. Und ein Monat später sinken die Werte bei den meisten.“
„Die Halbwertszeit der Antikörper ist kurz. Ob dies problematisch ist, hängt von der Langzeitbereitschaft der B-Zellen ab.“