- Baby Jules kam aus einem Ei zur Welt, das außerhalb des Mutterleibs gereift und eingefroren wurde.
- Diese Methode hilft Frauen vor einer Krebsbehandlung, Kinder zu zeugen, wenn eine Eizellenreifung im Körper nicht möglich ist.
- Im Unterschied zu anderen Verfahren besteht kein Risiko einer Krebsrückkehr.
Experten bestätigen: Baby Jules ist das erste weltweit, das aus unreifen Eizellen seiner Mutter entstand, die im Labor gereift, eingefroren, später aufgetaut, befruchtet und implantiert wurden.
Fruchtbarkeitsmediziner entnahmen der 29-jährigen Französin vor ihrer Brustkrebs-Chemotherapie Eizellen. Zeitmangel verhinderte eine Hormonstimulation zur Reifung. Stattdessen extrahierten Spezialisten sieben unreife Eizellen und reiften sie per In-vitro-Maturation (IVM) im Labor heran.
Diese Technik gibt Krebspatientinnen neue Hoffnung, die Kinder wünschen, aber Eierstockstimulationen meiden müssen. Sie umgeht das Risiko einer "Krebs-Neuaussaat" durch spätere Gewebe-Transplantationen.
Bisher keine erfolgreichen Schwangerschaften nach IVM und Einfrieren bei Krebs-Patientinnen – obwohl IVM-Kinder ohne Einfrieren existieren. Professor Michael Grynberg, Leiter der Reproduktionsmedizin am Pariser Universitätskrankenhaus Antoine Béclère, betont: „Wir waren überglücklich über die problemlose Schwangerschaft und die gesunde Geburt. IVM ist eine zuverlässige Alternative, wenn Stimulation unmöglich ist. Dieser Erfolg markiert einen Meilenstein in der Fruchtbarkeitserhaltung.“
Der Fall ist in Annals of Oncology publiziert. Nach der IVM-Reifung wurden die Eizellen per Vitrifikation schockgefroren, um Eiskristallschäden zu vermeiden. Fünf Jahre später, nach Krebsheilung und Unfruchtbarkeit durch Therapie, tauten fünf Eizellen auf – alle befruchtbar. Ein Embryo wurde implantiert; am 6. Juli 2019 gebar die Mutter einen gesunden Jungen.
Prof. Grynberg: „Vitrifikation nach Stimulation bleibt Standard. Doch IVM eröffnet Optionen in Notfällen, ohne Krebsrisiko. Labor-Eizellen sind qualitativ etwas geringer, aber Jules beweist: IVM mit Kryokonservierung ist praktikabel – ideal kombiniert mit Eierstockgewebe-Einfrieren.“