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REACT-2-Studie: Jeder siebte Engländer hat COVID-19-Antikörper durch Impfung oder Infektion

Menschen jeden Alters, die zwei Dosen des Pfizer/BioNTech-Impfstoffs erhalten haben, erzeugen laut aktuellen Forschungsergebnissen eine hohe Konzentration an Antikörpern. Die Daten reichen jedoch nicht aus, um den exakten Schutzgrad eines positiven Antikörpertests zu bestimmen – das bedeutet keinesfalls Immunität.

Die REACT-2-Studie vom Imperial College London untersucht erstmals geimpfte Teilnehmer in England und beleuchtet Einstellungen zu Impfstoffen.

Über 154.000 Teilnehmer führten vom 26. Januar bis 8. Februar einen Heimtest durch: 13,9 Prozent wiesen Antikörper aus Infektion oder Impfung nach. Mehr als 17.000 hatten mindestens eine Dosis erhalten.

Nach zwei Dosen Pfizer testeten 87,9 Prozent der über 80-Jährigen antikörperpositiv, 95,5 Prozent der unter 60-Jährigen und 100 Prozent der unter 30-Jährigen.

Diese unveröffentlichte Studie mit Ipsos MORI zeigt hohes Impfvertrauen: Über 90 Prozent wären bereit oder bereits geimpft. Es variiert jedoch nach Alter, Geschlecht und Ethnie – höchste Quote bei Weißen (92,6 Prozent), niedrigste bei Schwarzen (72,5 Prozent).

Häufige Zögerungsgründe: Abwarten der Wirkung, Sorgen vor Langzeitfolgen und Nebenwirkungen. Freitextkommentare nannten Schwangerschaften, Fruchtbarkeit und Allergien.

„Zwei Dosen BioNTech zeigen hohe Antikörperwirksamkeit, auch eine Dosis bei Vorinfizierten“, erklärt Professor Paul Elliott, REACT-Direktor am Imperial College London. „Die Reaktion ist altersunabhängig stark, Vertrauen insgesamt hoch – mit Lücken bei Minderheiten und Jüngeren.“

Bei Ungeimpften ist Antikörperprävalenz in London (16,9 Prozent), bei Schwarzen (22,1 Prozent), Asiaten (20 Prozent) und 18- bis 24-Jährigen (14,5 Prozent) am höchsten.

REACT-2-Studie: Jeder siebte Engländer hat COVID-19-Antikörper durch Impfung oder Infektion

Nach einer Pfizer-Dosis (nach 21 Tagen): 94,7 Prozent positiv bei unter 30-Jährigen, 73,7 Prozent bei 60- bis 64-Jährigen, 34,7 Prozent bei über 80-Jährigen.

Von Verdachts- oder bestätigten Vorinfizierten testeten 88,8 Prozent positiv.

Die Ergebnisse passen zu früheren Studien: Ältere brauchen länger für Antikörper, Reaktion ist schwächer.

Antikörper sind nur ein Immunteil – Impfstoffe aktivieren auch T-Zellen, unabhängig davon. T-Zell-Antworten variieren und bestimmen Langzeitschutz.

REACT-2-Studie: Jeder siebte Engländer hat COVID-19-Antikörper durch Impfung oder Infektion

Der JCVI notiert: Pfizer-Studie zeigte 89 Prozent Schutz 14–21 Tage post-Impfung trotz niedriger Antikörper – frühe Antikörper korrelieren nicht immer mit Schutz.

„Die zweite Dosis ist entscheidend“, betont Professorin Helen Ward, REACT-Leitung. „Bedenkliche Gruppen brauchen Aufklärung.“