Am 28. April 2019 steuerte der erfahrene Unternehmer und ehemalige Marineoffizier Victor Vescovo das Tiefsee-U-Boot Limiting Factor zum Challenger Deep – dem tiefsten bekannten Punkt des Ozeans im Marianengraben. Mit einer beeindruckenden Tiefe von 10.928 m übertraf dieser Tauchgang den langjährigen Weltrekord aus dem Jahr 1960 von US-Leutnant Don Walsh und dem Schweizer Forscher Jacques Piccard um 16 Meter.
Dieser Einsatz war Teil der ambitionierten Five Deeps Expedition, einer privat finanzierten Mission unter Vescovos Leitung, die die tiefsten Punkte aller fünf Ozeane erkunden soll. Das Team hat bereits Erfolge im Puerto-Rico-Graben (Atlantik), Java-Graben (Indischer Ozean) und South Sandwich Trench (Südlicher Ozean) gefeiert. Als Finale steht der Tauchgang in die Molloy Deep in der Arktis an.

Das hochentwickelte Tiefsee-U-Boot Limiting Factor stammt von Triton Submarines in Florida. Sein 65-kWh-Akku ermöglicht Tauchgänge von über 16 Stunden. Es fasst zwei Personen und verfügt über einen robusten 90 mm dicken Rumpf aus Titanlegierung.

Insgesamt führte das Team fünf Tauchgänge zum Marianengraben-Grund durch: vier zum Challenger Deep und einen zum Sirena Deep, rund 200 km nordöstlich entfernt.

Pilot Victor Vescovo schuf als Erster Geschichte mit mehreren Solo-Tauchgängen in den Marianengraben. Zudem ist er der einzige Mensch, der den Mount Everest bezwang und auf Skiern Nord- und Südpol erreichte – ein Beweis für außergewöhnliche Abenteuerkompetenz.

Die Expedition entdeckte vermutlich drei neue Arten garnelenartiger Amphipoden, wie Experten annehmen.

Expeditionsleiter Rob McCallum, bekannt für seine Titanic-Expeditionen, präsentiert seinen ikonischen 'Styroporbecher nach Tiefsee-Druck'. Forscher befestigen diese Becher oft an Fahrzeugen: Unter dem enormen Wasserdruck schrumpfen sie auf Bruchteile ihrer Größe und ergeben einzigartige Andenken.
- Dieser Artikel wurde zuerst im BBC Science Focus im Juli 2019 veröffentlicht – hier anmelden