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13.500 Jahre alte Miniatur-Vogelskulptur: Ältestes Kunstwerk Ostasiens in China entdeckt

Archäologen haben in Lingjing, China, eine außergewöhnliche Miniatur-Vogelskulptur aus verbranntem Knochen ausgegraben. Mit über 13.000 Jahren Alter gilt sie als das älteste bekannte Kunstwerk Ostasiens.

Menschen schufen bereits im Jungpaläolithikum (vor 50.000 bis 12.000 Jahren) Skulpturen. Die früheste bekannte ist eine löwenköpfige Menschenfigur aus einem Mammutstoßzahn, gefunden in deutschen Höhlen und etwa 35.000 bis 40.000 Jahre alt. Diese Vogelfigur belegt, dass Skulpturkunst zur gleichen Zeit unabhängig in Ostasien entstand.

Die 2 cm lange Figur, entdeckt von einem Team unter Leitung von Prof. Francesco d'Errico von der Universität Bordeaux, Frankreich, ist hervorragend erhalten: mit kurzem Hals, abgerundetem Schnabel, langem Schwanz und einem Sockel, auf dem sie stehen kann.

Sie stellt vermutlich einen Sperlingsvogel dar – eine Familie, zu der Spatzen, Finken und Drosseln gehören.

13.500 Jahre alte Miniatur-Vogelskulptur: Ältestes Kunstwerk Ostasiens in China entdeckt

Mithilfe von Mikroskopie und Röntgenscans stellten die Forscher fest, dass die Skulptur aus einem Säugetierknochen geschnitzt wurde, der durch Erhitzen geschwärzt ist.

Sie rekonstruierten den Herstellungsprozess: Der Künstler nutzte vier Techniken – Aushöhlen, Schleifen, Schaben und Einschneiden.

„Unsere Analyse zeigt, dass der Lingjing-Künstler passende Techniken präzise einsetzte, um die anatomischen Merkmale eines Sperlings treu wiederzugeben“, erklären die Experten.

„Der Stil dieser winzigen Darstellung ist originell und unterscheidet sich deutlich von anderen bekannten paläolithischen Vogelfiguren.“

Das Alter der Skulptur wird auf 13.500 Jahre geschätzt – mehr als 8.500 Jahre älter als vergleichbare Tierskulpturen aus Ostasien.