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Plastikverschmutzung in Gewässern: Bis 2030 drohen jährlich bis zu 53 Millionen Tonnen

Experten warnen: Selbst bei Einhaltung globaler Verpflichtungen zur Plastikreduktion könnten bis Ende des Jahrzehnts jährlich bis zu 53 Millionen Tonnen Plastikmüll in Flüsse, Seen und Ozeane gelangen.

In einer neuen Modellierungsstudie, veröffentlicht in der renommierten Fachzeitschrift Science, äußern Ökologen, die aquatische Ökosysteme überwachen, ihre tiefe Besorgnis. Sie fordern dringende Maßnahmen zur Emissionsreduktion.

Chelsea Rochman, Assistenzprofessorin für Ökologie und Evolutionsbiologie an der University of Toronto und leitende Autorin der Studie, erklärt: „Wenn das Wachstum der Plastikproduktion und -nutzung nicht gebremst wird, ist eine fundamentale Umwandlung der Plastikwirtschaft unerlässlich. Ein recyclingbasierter Rahmen sorgt dafür, dass Plastikprodukte am Lebensende einen Wert behalten, statt zum Abfall zu werden.“

Sie ergänzt: „Die Weltgemeinschaft muss eine grundlegende Transformation koordinieren – mit Reduzierung der Neuproduktion von Plastik und Neuerfindung von Nutzung und Entsorgung.“

Nach Angaben der Forscher landeten 2016 etwa 19 bis 23 Millionen Tonnen – das sind 11 Prozent der global produzierten Plastikabfälle – in aquatischen Ökosystemen.

Computermodelle zeigen: Derzeit strömen jährlich 24 bis 34 Millionen Tonnen Plastikemissionen in Gewässer weltweit.

Die Wissenschaftler haben Zukunftsszenarien modelliert, die aktuelle Strategien wie Verbote einzelner Plastikprodukte, Abfallbeseitigung und besseres Abfallmanagement berücksichtigen.

Plastikverschmutzung in Gewässern: Bis 2030 drohen jährlich bis zu 53 Millionen Tonnen

Trotzdem reichen diese Maßnahmen nicht aus, um die Verschmutzung zu stoppen. Um Emissionen unter acht Millionen Tonnen jährlich zu halten, bräuchte es „enorme“ Anstrengungen: eine 25- bis 40-prozentige Reduzierung der Plastikproduktion in allen Ländern, mindestens 60 Prozent Sammel- und Bewirtschaftungsquote sowie Rückgewinnung von 40 Prozent der Emissionen durch Reinigungsmaßnahmen.

Dr. Stephanie Borrelle, Postdoktorandin an der University of Toronto und Hauptautorin, betont: „Um diese Rückgewinnung zu erreichen, wären mindestens eine Milliarde Freiwillige nötig – vergleichbar mit der jährlichen International Coastal Cleanup von Ocean Conservancy.“

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Sie warnt weiter: „Selbst bei Erfüllung ambitionierter globaler Ziele durch alle Länder könnten die jährlichen Emissionen bis 2030 auf bis zu 53 Millionen Tonnen ansteigen. Das übersteigt bei Weitem die 2015 als inakzeptabel deklarierten acht Millionen Tonnen.“