Die Flüssigkeit in der Flasche ist unterkühlt: Ihre Temperatur liegt unter dem Gefrierpunkt von 0 °C, ohne dass sie bereits fest wird. Der Gefrierprozess benötigt einen Auslöser, um die flüssigen Moleküle in eine geordnete Kristallstruktur zu zwingen – weg von ihrer ungebundenen Bewegung in der Flüssigkeit.
Dieser Prozess heißt Keimbildung: Moleküle bilden einen kristallinen Kern, an dem weitere Moleküle haften bleiben. Der Kickstart erfolgt durch Staubpartikel, raue Stellen am Behälter oder eine Stoßwelle, wie sie beim Schlagen der Flasche aus dem Gefrierschrank entsteht. Ähnliche Stoßwellen erzeugt ein metallischer „Klicker“ in neuartigen Weinwärmern, die unterkühlte Flüssigkeit beim Erstarren Wärme abgeben.