Die Wirkung von Strahlung ist vergleichbar mit einer Waffe: Sie kann Verbrechen begehen oder verhindern. Hochenergetische Photonen der Strahlung verursachen Brüche in den DNA-Strängen der Zellen. Normale Zellen reparieren diesen Schaden weitgehend, doch bei unvollständiger Reparatur können defekte Gene entstehen.
Betroffen tumorunterdrückende Gene, wird eine Zelle potenziell krebsartig. Krebszellen sind jedoch empfindlicher gegenüber Strahlung als gesunde Zellen. Ihr rasches Wachstum geht mit reduzierten DNA-Reparaturmechanismen einher – oft sind „Rechtschreibprüfungen“ der DNA deaktiviert.
Bei einem DNA-Bruch reparieren Krebszellen diesen seltener korrekt. Je nach Lage kann dies zum sofortigen Zelltod oder zu verlangsamter Teilung führen.
In der Strahlentherapie wird ein präzise fokussierter Strahl auf den Tumor ausgerichtet. Die Dosis ist sorgfältig kalkuliert, um Kollateralschäden an gesundem Gewebe zu minimieren. Dennoch steigt das Risiko für einen Zweitkrebs leicht an.