Jede Karte, die je gedruckt wurde, ist definitionsgemäß ungenau. Ihre Aufgabe ist es, die komplexe Welt zu vereinfachen. Eine perfekte 1:1-Karte müsste lebensgroß sein. Hinzu kommt: Die Erde ist eine Kugel, Papier jedoch flach.
Auf kleinen Flächen bleibt die Krümmung unbemerkt. Um den gesamten Globus darzustellen, muss man ihn dehnen oder schneiden, um ihn flach zu machen. Es gibt zahlreiche Methoden dafür – die 1569 von Gerardus Mercator entwickelte Mercator-Projektion bleibt jedoch die verbreitetste.
Stellen Sie sich eine Glaskugel mit gemalten Kontinenten vor. Wickeln Sie ein Papier als Zylinder um den Äquator und leuchten Sie von innen mit einer Lampe: Die Kontinente werfen Schatten auf das Papier. So entsteht die Mercator-Projektion.
Sie zeigt Norden oben, behält Küstenformen genau bei und eignet sich hervorragend für die Navigation. Da der Zylinder oben und unten offen ist, fehlen die Pole. Nord-Süd-Entfernungen dehnen sich zudem vom Äquator aus. So wirkt Alaska auf Mercator-Karten so groß wie Brasilien (es ist nur ein Fünftel so groß), und Grönland erscheint 14-mal zu groß.
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Auf der abgebildeten Karte ist der Umriss die Mercator-Projektion. Grün markiert die Gall-Peters-Projektion, die allen Ländern die korrekte Fläche gibt.
Obwohl Apps wie Google Earth die Erde als interaktiven Globus zeigen, greifen viele Karten weiterhin auf Mercator-Varianten zurück.