Mehr als eine halbe Million Einsiedlerkrebse sind auf zwei abgelegenen Inseln elendig in Plastikmüll zugrunde gegangen, wie Forscher des Institute for Marine and Antarctic Studies (IMAS) der University of Tasmania berichten.
In umfassenden Untersuchungen auf den Kokosinseln (Keelinginseln) im Indischen Ozean zählten die Wissenschaftler 508.000 gefangene Krabben, auf Henderson Island im Pazifik weitere 61.000.
Diese Dichte – ein bis zwei Krabben pro Quadratmeter Strand – verursacht durch Abfall wie Plastikflaschen, stellt einen erheblichen Verlust für die lokale Population dar.
Die Experten warnen: Dieses Problem trifft voraussichtlich Inseln weltweit und bedroht Einsiedlerkrebsbestände nachhaltig.
Die Studie, geleitet von IMAS mit Beteiligung des Natural History Museums in London und der Two Hands Project, unterstreicht die dramatischen Folgen der Plastikverschmutzung.
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Frühere Forschungen zeigten bereits Millionen Plastikstücke auf Kokos- und Henderson-Inseln.
Neu zeigt sich: Der Müll bildet physische Barrieren und tödliche Fallen für die Krabben.
Einsiedlerkrebse besitzen keine eigene Schale und suchen ständig nach leeren Gehäusen.
Dr. Alex Bond vom Natural History Museum erklärt: „Das Problem ist heimtückisch – es reicht eine Krabbe. Stirbt sie, sendet sie ein chemisches Signal aus, das ‚Schale verfügbar‘ bedeutet und weitere anlockt. Diese fallen in Fallen, sterben und lösen eine grausame Kettenreaktion aus.“
Er mahnt: „Wir müssen unser Verhalten ändern, besonders beim Einwegplastik. Die Kosten dieser Bequemlichkeit sind immens.“
Hohe Plastikkonzentrationen an Stränden weltweit stellen Einsiedlerkrebse überall vor dieselben Risiken.
Diese Krabben sind essenziell für tropische Ökosysteme: Sie belüften und düngen Böden, verteilen Samen, entfernen Detritus und stärken marine Nahrungsnetze.
Ein globaler Verlust würde Ökosysteme massiv stören, warnen die Forscher.
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Leiterin Dr. Jennifer Lavers (IMAS): „Schockierend, aber nicht überraschend – Strände und Vegetation ziehen Wildtiere an. Interaktion mit Plastik ist unvermeidlich. Unsere Studie liefert erstmals quantitative Daten.“
Veröffentlicht open access im Journal of Hazardous Materials.