Laut einer neuen Studie von Neurowissenschaftlern der University of Birmingham könnte die gezielte Manipulation von Gehirnwellen eine bahnbrechende Therapie gegen Alzheimer darstellen. Durch Anpassung der Frequenz dieser Wellen lässt sich das Gedächtnis von Patienten nachhaltig verbessern.
Gehirnwellen, auch neuronale Oszillationen genannt, entstehen durch synchronisierte elektrische Signale von Neuronen im Gehirn und Nervensystem. Diese Wellen sind mit EEG messbar. Frühere Forschungen haben einen klaren Zusammenhang zwischen Gehirnwellen und Gedächtnisprozessen nachgewiesen.
Das Team um Dr. Simon Hanslmayr vom Centre for Human Brain Health an der University of Birmingham hat aktuelle Studien analysiert. Ergebnis: Gehirnwellen beeinflussen nicht nur das Gedächtnis, sondern lassen sich durch gezielte Stimulation direkt modulieren.
Solche Stimulationen sind invasiv oder nicht-invasiv möglich und zwingen Gehirnwellen in gewünschte Rhythmen.
„Wir können die Gedächtnisleistung durch rhythmische neuronale Stimulation verbessern – so einfach wie flackerndes Licht in einem spezifischen Rhythmus, dem Neuronen folgen“, erklärt Hanslmayr.
Neben Lichtimpulsen eignen sich rhythmische Klänge, elektrische oder elektromagnetische Felder. Bei invasiven Methoden wie der Tiefenhirnstimulation werden Elektroden implantiert – bereits etabliert bei Parkinson und Tremor.
„Weitere Forschung ist essenziell, doch die Steuerung von Gehirnrhythmen erweist sich als vielversprechend – für Gesunde wie Alzheimer-Patienten“, betont Hanslmayr.