Experten haben festgestellt, dass Delfine eine klare Präferenz für die rechte Flosse zeigen. Eine detaillierte Studie an einer Tümümlergruppe vor den Bahamas ergab: Bei der Jagd auf Beute nutzen sie vorwiegend ihr rechtes Auge sowie die echolokalisierenden „Lippen“ auf der rechten Körperseite.
Die im Fachjournal Royal Society Open Science publizierte Untersuchung deutet auf eine Spezialisierung der linken Gehirnhälfte hin – jener Region, die Informationen aus dem rechten Gesichtsfeld verarbeitet.
Ähnlich wie bei anderen Meeressäugern beobachten Dr. Jennifer Kaplan vom Dolphin Communication Project in Florida und ihr Team eine rechtsseitige Tendenz bei der Nahrungssuche von Tümmlern.
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In Bimini zeigen die Tiere ein besonderes Verhalten: Sie drehen abrupt scharf ein, während sie am Meeresboden nach Beute suchen.
Forscher dokumentierten, dass die Delfine häufig eine scharfe Kurve nehmen, bevor sie ihre Schnauze in den Sand bohren.
Auf Basis von Daten aus den Jahren 2012 bis 2018 stellten sie bei diesen Tümmlern eine „signifikante“ Neigung zur rechten Seite fest (Linkskurven).
Von 709 beobachteten Drehungen durch mindestens 27 verschiedene Individuen wiesen 705 die rechte Seite auf – rechtes Auge nach unten.
Nur ein Individuum drehte sich in allen vier Fällen nach rechts – linke Seite und linkes Auge nach unten.
Die Studienautoren erläutern: „Das Delfingehirn integriert visuelle und echoartige Signale, sodass es Objektformen allein durch Echolotung ‘visualisieren’ kann.“
„Folglich verarbeiten diese Kraterfressenden Delfine visuelle und Echoinformationen möglicherweise primär in der linken Hemisphäre.“
„Ob durch anatomische Besonderheiten oder hemisphärische Spezialisierung in der Sinnesverarbeitung bedingt – die beobachteten Linkskurven und Rechtsseitenneigung bei der Kraterfütterung der Großen Tümmler belegen eindrucksvoll Verhaltenslateralität.“